Diversität als Chance nutzen

Extra / 11.04.2022 • 16:12 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Diversität als Chance nutzen

Andrea Fink, geb. 1983, langjährige Leiterin des Asyl-Erstaufnahmezentrums Traiskirchen

Das Jahr 2015 war eine herausfordernde Zeit im Asylbereich. Mittendrin war Andrea Fink. Als sich herausstellte, dass es mehrere Unterkünfte im Land braucht, wurde die Bludescherin mit der Errichtung von insgesamt sechs ORS-Betreuungseinrichtungen für Flüchtende beauftragt, die sie bis April 2017 leitete. „Gemeinsam mit Land und Gemeinden ist es uns trotz des Drucks gelungen, besonnen, überlegt und nachhaltig zu agieren“, sagt Fink, die das große soziale Engagement und die ehrenamtlichen Leistungen der Vorarlberger Bevölkerung hervorhebt. „Es war einzigartig, wie sehr diverse Player unbürokratisch und situativ an einem Strang zogen“, erinnert sie sich.

Bis Februar dieses Jahres leitete die 39-Jährige die Erstaufnahmestelle Ost in Traiskirchen. „Pro Tag wurden hier zwischen 25 und 180 Asylwerberinnen und Asylwerber registriert und in die Bundesbetreuung aufgenommen. In der Betreuungsstelle versorgten wir bis zu 1800 Menschen am Tag von der Befriedigung ihrer Grundbedürfnisse über medizinische Leistungen bis hin zum Aufbau einer sinnstiftenden Tagesstruktur“, erzählt sie. Für Fink spielt Diversität eine wichtige Rolle in ihrem Wirken: „Ich bin davon überzeugt, dass eine Gesellschaft stärker und gesünder ist, wenn sie allen Menschen ermöglicht, sich mit ihrem Wissen und Können einzubringen“, sagt die ausgebildete Behindertenpädagogin. 

Vor dem Hintergrund ihrer Erfahrung im Asylbereich sieht Andrea Fink die Bedeutung der Solidarität in Europa: „Sie wird entscheidend sein, um die große Herausforderung zu bewältigen, die jetzt vor uns liegt. Es ist gut, auf die Erfahrungen von 2015 aufbauen zu können.“

Ihre Erfahrungen und Kompetenzen, die Andrea Fink in den vergangenen Jahren im Asylbereich gesammelt hat, möchte sie nun in ihrem zweiten beruflichen Standbein, der Psychotherapie, einbringen. 

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