Musik ist ein Teil des Sinns des Lebens

Extra / 29.12.2022 • 10:03 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Höhepunkte im Jahr 2022 waren für Isabel Pfefferkorn unter anderem ihre Tournee durch die USA und Kanada.Anca Sora
Höhepunkte im Jahr 2022 waren für Isabel Pfefferkorn unter anderem ihre Tournee durch die USA und Kanada.Anca Sora

Auf die Sängerin Isabel Pfefferkorn wartet ein aufregendes Jahr 2023.

Bludenz Isabel Pfefferkorn, geboren 1991 in Bludenz, begann 2011 ihr Studium an der Zürcher Hochschule der Künste, wo sie im Juni 2014 den Bachelor of Arts in Music und im Juni 2016 den Master of Arts in Music Performance mit Auszeichnung abschloss. Sie ist Preisträgerin diverser Wettbewerbe und war Studentin der Förderklasse für musikalische Hochbegabungen am Landeskonservatorium in Feldkirch, Stipendiatin der Stiftung Musik und Jugend in Liechtenstein sowie Stipendiatin der Stiftung Pro Talentum und der Zürcher Stiftung Lyra. Höhepunkte der aktuellen und letzten Spielzeit sind ihre Tournee durch die USA und Kanada, ihr Debüt mit Mahlers dritter Sinfonie und dem Musikkollegium Winterthur sowie ihr Debüt im Konserthuset Stockholm.

Verknüpfung verschiedener Sinne

Im kommenden Jahr wird ihr erstes Solo-Album erscheinen. Die CD besteht aus eigens für diese Besetzung arrangierten Stücken aus verschiedenen Epochen und Stilen. Das zentrale Thema des Albums „SOAKED IN COLOUR“, also der bunte Faden, ist die Synästhesie, die Verknüpfung verschiedener Sinne, denn für die Musikerin haben Zahlen, Buchstaben und eben auch Töne Farben. Gleichzeitig werden zwei Musikvideos zu dem Album erscheinen, und es ist eine Release-Konzerttour geplant. Auf dem Album befindet sich neben Kompositionen von Purcell, Bach oder Queen auch eigenkomponierte Musik, was der CD eine sehr intime und persönliche Präsentation der musikalischen Identität der Sängerin gibt.

Neben zahlreichen Auftritten in Europa steht ein Konzert in Saudi-Arabien auf dem Programm, wo die Vorarlbergerin als „Inspiration für Mädchen und Frauen als Beitrag zum Aufbau des dortigen klassischen Musikbereichs“ eingeladen wurde. Auch in Vorarlberg kann die Sängerin bewundert werden. Im Februar findet ein Nachholtermin für Schuberts Winterreise mit der Pianistin Hanna Bachmann statt, im Oktober ein Liederabend mit dem Gitarristen Anders Miolin in der Villa Falkenhorst.

Einen kleinen Kindheitstraum erfüllt sich Pfefferkorn mit der Verkörperung von Disneys „Arielle“ in einer Konzertreihe mit und in der Philharmonie Dortmund im Oktober. Ebenfalls in Dortmund, jedoch am Theater, wird sie als Sängerin bei der fulminanten Produktion „Mittsommernachtstraum“ des Balletts Dortmund gemeinsam mit einem Streichquartett die Musik liefern. Als Mitglied der Sing-Akademie Zürich kann die Musikerin ihre spannende Arbeit mit der Tonhalle Zürich, Paavo Järvi und Florian Helgath sowie mit dem Schweizer Vokalconsort und Marco Amherd fortführen. Ebenso ist geplant, eine bereits intensive Zusammenarbeit mit dem Festival PODIUM Esslingen weiter zu festigen.

Musik als Sinn des Lebens

Als Teil des Benefizkonzerts mit dem „Human Rights Orchestra“ möchte sie mithelfen, die Öffentlichkeit für Menschenrechtsfragen zu sensibilisieren. Isabel Pfefferkorn nachdenklich: „Es gibt verschiedene Wege, die Welt mit all ihren Schrecklichkeiten zu ertragen. Entweder man verschließt sich komplett oder man gibt sich dem Weltschmerz hin, verarbeitet diesen immer wieder aufs Neue und gibt positiven Emotionen Raum. Für mich gab es nie einen anderen Weg als den zweiten. Musik hilft mir dabei, dem Leben eine Form und ein Fließen zu geben. Genau dies möchte ich dem Publikum anbieten. Es ist mir ein tiefes Anliegen, den Zuhörenden einen Raum zu bieten, in dem durch Angst abgestumpfte Sensibilität wieder erblühen und Vertrauen aufgebaut werden kann. Ich glaube, man kann die Hoffnung nicht verlieren, wenn man einmal den unerklärlichen Fluss von Musik gefühlt hat. Ich erkenne den Kitsch in diesen Sätzen und es ist mir auch bewusst, dass mein Gesang keinen Krieg beendet und die Welt nicht großartig verändert, jedoch bin ich davon überzeugt, dass Musik ein Teil des Sinns des Lebens ist.“

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