Krebstherapie wird immer wirksamer und komplexer

Gesund / 16.08.2013 • 10:44 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Über 4000 Experten bei der Jahrestagung der Onkologischen Gesellschaften in Wien.

Kongress. Im Herbst findet in Wien die Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Onkologie statt. Vom 18. bis zum 22. Oktober werden sich rund 4500 Expertinnen und Experten für medikamentöse Tumortherapie über aktuelle Forschungsergebnisse austauschen und neue präventive, kurative und palliative Therapiekonzepte diskutieren.

Bessere Behandlungschancen

Die Zahl der Patientinnen und Patienten mit Krebserkrankungen nimmt zu, vor allem aufgrund der demografischen Entwicklung. Gleichzeitig verbessern sich die Behandlungschancen. Vor allem bei der medikamentösen Krebsbehandlung hat es in den letzten 15 Jahren enorme Fortschritte gegeben. Beispiele sind eine jetzt normale Lebenserwartung für Patienten mit chronischer myeloischer Leukämie, höhere Heilungschancen und längere Lebenserwartung bei Patientinnen und Patienten mit Non-Hodgkin-Lymphomen, niedrigere Rückfallraten oder eine längere Überlebenszeit bei Patientinnen mit Brustkrebs. Allein in den letzten zwei Jahren wurden für die Hämatologie und Onkologie mehr als 20 Medikamente neu oder in neuen Indikationen zugelassen. Der Umgang damit stellten hohe Anforderungen an die behandelnden Ärztinnen und Ärzte.

Mehr als 200 Veranstaltungen

Auf der Jahrestagung der deutschsprachigen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie in Wien wird der aktuelle Stand des Wissens der verschiedenen Krebs- und Bluterkrankungen in mehr als 200 Veranstaltungen präsentiert. Bei Plenarsitzungen, wissenschaftlichen Symposien, Fortbildungsvorträgen, Expertenworkshops, bei Posterpräsentationen und in Arbeitskreissitzungen werden Erfahrungen ausgetauscht und diskutiert. Neue Standard-verändernde Ergebnisse gibt es unter anderem bei Schilddrüsenkrebs, Prostatakrebs, Brustkrebs, Darmkrebs, neuroendokrinen Tumoren, bei den akuten Leukämien und beim Multiplen Myelom. In mehr als 650 freien Beiträgen werden neue Erkenntnisse der hämatologischen und onkologischen Forschung vorgestellt.

Ein besonderer Schwerpunkt sind in diesem Jahr die langfristigen Effekte einer erfolgreichen Krebstherapie. Neben direkten körperlichen Nebenwirkungen leiden viele Patientinnen und Patienten unter psychischen und sozialen Folgen. Das macht Kongresspräsident Prof. Dr. Greil deutlich. „Armut fördert Krebs, Krebs fördert aber auch Armut“, so Greil. Denn: gerade junge Patientinnen und Patienten mit Krebserkrankungen haben eine schlechtere berufliche Perspektive. Auf dem Kongress diskutieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer neben den Ursachen auch Konzepte zum besseren Umgang mit möglichen Schwierigkeiten.

Eine zentrale Rolle in der Betreuung von Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörigen spielt auch die Pflege. Für das Gelingen einer Behandlung ist die Kooperation aller Beteiligten entscheidend. Dazu gibt es am 19. Oktober gemeinsame Veranstaltungen, bei denen Pflegende mit Ärzten über die Herausforderungen der geriatrischen Onkologie, über Psychoonkologie und den Themenkomplex „Krebs und Armut“ diskutieren.