In Österreich gibt es wieder deutlich mehr Masernfälle

Gesund / 07.02.2014 • 11:52 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Masern sind eine wirklichernst zu nehmende Erkrankung.
Die Masern sind eine wirklich
ernst zu nehmende Erkrankung.

Der größte Teil der im vergangenen Jahr Erkrankten hatte keinen Impfschutz.

wien. Sowohl in Österreich als auch in weiten Teilen Europas gab es im vergangenen Jahr wieder mehr Masernfälle. Das ist auf einen ungenügenden Durchimpfungsgrad zurückzuführen, berichten die Experten des Departments für Virologie der MedUni Wien in ihrer neuesten Virusepidemiologischen Information. „Wie in vielen europäischen Ländern ist im Vorjahr die Zahl der Masernvirus-Infektionen in Österreich mit 79 EMS-gemeldeten (elektronisches Meldesystem) Fällen im Vergleich zum Vorjahr (30 Fälle) wieder angestiegen, 43 davon wurden bei uns an der nationalen Masern/Röteln Referenzzentrale verifiziert“, so die Fachleute. Die meisten gemeldeten Erkrankungen gab es mit 19 in Niederösterreich. Dort gehen auch derzeit wieder die Masern um.

Kein Impfschutz gegeben

Bei einem Masernausbruch im Raum Kitzbühel/St. Johann in Tirol erkrankten im Februar und März 2013 vor allem Kinder und Jugendliche, deren Eltern Impfungen zum Teil sehr kritisch gegenüber standen, erklärten die Experten. Erstaunlicherweise sei gerade bei Personen mit hohem Bildungsniveau eine solche Impfskepsis abseits der Kenntnisnahme aktueller Zahlen oder eindeutiger wissenschaftlicher Erkenntnisse verbreitet. Das werde auch in anderen europäischen Staaten, zum Beispiel in Deutschland, beobachtet.

Der größte Teil der in Österreich Erkrankten hatte keinen Impfschutz. Die Wiener Virologen: Von den 79 Masernpatienten des Jahres 2013 im Alter von null bis 62 Jahren waren 42 Prozent nicht geimpft, und bei 49 Prozent war der Impfstatus unbekannt. Fast die Hälfte musste im Spital behandelt werden. Der Großteil der Erkrankungen (61 Prozent) entfiel auf die Altersgruppe der 15 bis 35-Jährigen. Insgesamt wurde auch europaweit im vergangenen Jahr ein Anstieg der Masernfallzahlen verzeichnet. Laut dem European Centre for Disease Control (ECDC/Stockholm) wurden bereits für den Zeitraum Jänner bis Oktober 2013 mit über 11.000 Fällen knapp 3000 Fälle mehr gemeldet als 2012. Über 90 Prozent davon traten in Italien, Großbritannien, den Niederlanden, Rumänien und Deutschland auf. In Bayern hat die Zahl der Masern-Erkrankungen 2013 mit 787 Fällen sogar den höchsten Stand seit 2002 erreicht.

Kostenfreier Impfstoff

Die Dreifach-Kombinations-impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) ist in Österreich im Gratiskinderimpfprogramm enthalten. Es wird die Gabe von zwei Dosen ab dem elften Lebensmonat empfohlen. Die zweite Teilimpfung sollte möglichst bald, frühestens jedoch vier Wochen nach der ersten Teilimpfung erfolgen. Fehlende MMR-Impfungen können in jedem Lebensalter nachgeholt werden. Derzeit ist diese Impfung in Österreich aufgrund der starken Masernvirusaktivität in Europa bis zu einem Alter von 45 Jahren über die Gesundheitsbehörden kostenfrei erhältlich.