Von den schmerzhaften Tagen vor den Tagen

Gesund / 25.04.2014 • 10:40 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Regelschmerzen abklären lassen, denn es kann oft wirksam geholfen werden.

Feldkirch. (VN-mm) Es ist allmonatlich dasselbe: Die Tage vor den Tagen werden für viele Frauen zur schmerzhaften Belastung. Die Brüste spannen, der Bauch windet sich in Krämpfen. Betroffene nehmen diesen Zustand vor und während der Menstruation oft als gegeben hin. „Und das häufig jahrelang“, weiß Primar Dr. Stefan Rimbach. Dabei könnte die Medizin bei entsprechender Indikation wirksam helfen. Ursachen für Regelschmerzen können Myome in der Gebärmutter sein, oder es kann eine Endometriose, eine entzündliche Erkrankung der Gebärmutterschleimhaut, vorliegen. Diagnostik und Therapiemöglichkeiten stellt der Leiter der Gynäkologie und Geburtshilfe im LKH Feldkirch bei einem Vortrag am kommenden Dienstag vor.

Information für Frauen

Organisiert wird die Veranstaltung von der Fachstelle Frauengesundheit des Femail. Unter dem Leittitel „Informierte Frauen bleiben gesund!“ widmet sich eine ganze Themenreihe der Frauengesundheit. Da geht es um Regelschmerzen, Wechseljahre und Homöopathie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Gender Medizin sowie um erfüllte Sexualität und Lust. Den Auftakt bildet der Vortrag mit Primar Stefan Rimbach zu den Regelschmerzen als monatlichem Ausnahmezustand, den Frauen zumeist klaglos über sich ergehen lassen, weil „das ganz normal ist“, wie sie nicht selten zu hören bekommen.

Zufällige Entdeckungen

Deshalb verwundert es den Gynäkologen nicht, dass dieses Problem meist nur durch Zufall, etwa bei einem Wechsel des Frauenarztes oder einem bevorstehenden gynäkologischen Eingriff, angesprochen wird. „In solchen Fällen ist es wirklich so, dass sich Betroffene hinterfragen, ob sie diese Schmerzen aushalten müssen“, weiß Rimbach aus der Praxis zu berichten. Auch Regelschmerzen werden unterschiedlich empfunden. Der erfahrene Mediziner schätzt jedoch, dass sich etwa ein Drittel der geplagten Frauen regelmäßig mit Schmerzmitteln behelfen. „Wenn es soweit ist, besteht Handlungsbedarf“, betont er. Das heißt, es sollte ärztlich abgeklärt werden, ob Hilfe möglich ist. Wobei es durchaus sein kann, dass keine ursächliche Krankheit gefunden wird. Dann gilt es, die Symptome zu lindern, beispielsweise mittels Hormonen, pflanzlichen Präparaten oder Entspannungstechniken.

Meist hat die Medizin jedoch eine Lösung parat. Beispielsweise, wenn eine Endometriose diagnostiziert wird. Immerhin zwischen 10 und 15 Prozent der Frauen leiden an dieser Entzündung im Bauchraum.

„Da lässt sich durch eine Operation Abhilfe schaffen“, verdeutlicht Rimbach. Gleiches gilt für Myome. Diese genetisch bedingten gutartigen Muskelknoten bilden sich bei einem Drittel der Frauen, etwa die Hälfe hat Beschwerden. Erfolg bringt die Entfernung der Myome. „Die Basis jeder Diagnostik ist aber das Gespräch mit
der Frauenärztin oder dem Frauenarzt“, so Stefan Rimbach. Alle weiteren möglichen Untersuchungen und Behandlungen, ob operativer Eingriff oder Medikamente, müssen hingegen individuell abgestimmt werden. „Aber“, betont der Gynäkologe noch einmal, „vielen Frauen mit Regelschmerzen kann geholfen werden.“

Vortrag

Vortrag Regelschmerzen

» Termin: Dienstag, 29. April 2014, 19 Uhr, Hotel Montfort, Galuragasse 7, Feldkirch

» Anmeldung: gesundheit@femail.at, Telefon: 05522-31002

» Weitere Informationen unter www.femail.at

» 19.00 Uhr Willkommensgetränk, 19.30 Uhr Vortrag mit anschließender Möglichkeit für Fragen und Gespräche.