Anliegen
Wohl jeder, der eine solche Situation schon einmal mitgemacht hat, kennt das: Der Tod eines Menschen, dem man nahegestanden hat, bringt auch das eigene Leben zum Stillstand. Zumindest für eine gewisse Zeit. Es ist, als ob sich das Leichentuch gleich über die ganze Welt legen würde. Ein Schleier, der die Sicht auf Draußen nimmt, gleichzeitig aber noch so viel Licht durchlässt, dass die Perspektiven nicht ganz im Dunkeln verschwinden. Helligkeit am Ende eines Tunnels, der ungemein lang sein kann, der vielleicht nie zu einem Ausgang führt und der dennoch zurückgelegt werden muss.
Auch das Ableben von Menschen, die man persönlich gar nicht gekannt hat, vermag so eine besondere Stimmung zu erzeugen. Wir haben es erlebt, nach dem Tod von Barbara Prammer. Plötzlich ist sogar die laute Politik leise geworden.
Sie wünschte sich immer ein pflegliches Miteinander. Wie oft brachte sie Tumulte mit einem Glockenschlag zum Verstummen. Nur gegen ihre Krankheit war sie machtlos. Bleibt zu hoffen, dass ihr Anliegen von einem sorgsamen Umgang der Menschen untereinander nachwirkt, auch dann noch, wenn sich der Trauerflor hebt.
marlies.mohr@vorarlbergernachrichten.at
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