Keine Angst vor dem Doktor

Gesund / 07.07.2016 • 18:24 Uhr
Das medizinische Organisationsteam legt sich für den Besuch der Kinder im Herbst mächtig ins Zeug.  Foto: khbg
Das medizinische Organisationsteam legt sich für den Besuch der Kinder im Herbst mächtig ins Zeug. Foto: khbg

Das Teddybärkrankenhaus kommt im September auf Besuch ins LKH Feldkirch.

Feldkirch. Am 22. und 23. September wird sich das Landeskrankenhaus Feldkirch von einer ganz anderen Seite zeigen: Spielerisch werden für Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren Spitalssituationen nachgestellt und erklärt. Es wird geröntgt, Blut abgenommen und operiert. Allerdings nicht an echten Patienten, sondern an Teddybären und Puppen, die die jungen Besucher ins Krankenhaus mitbringen dürfen, um sie dort verarzten zu lassen. Die Behandlung wird sowohl von „Teddyärzten“, Medizinstudierenden der österreichischen medizinischen Universitäten, als auch von „Teddypflegern“, Schülerinnen und Schülern der Krankenpflegeschule Feldkirch, durchgeführt.

Es ist wie im richtigen Leben: Das Kind wird vom Teddyarzt empfangen und führt zu Beginn die „Patienten“-Anmeldung durch. Im Anschluss nimmt es im Wartezimmer Platz. Hier hat es die Möglichkeit zu malen, zu spielen und sich an die Umgebung zu gewöhnen. Von dort wird das Kind („Angehöriger“) und dessen Kuscheltier („Patient“) von einem Teddyarzt abgeholt und in das Untersuchungszimmer begleitet. Gemeinsam wird die Krankengeschichte erhoben: Basis ist die bereits im Kindergarten oder zu Hause konstruierte Krankengeschichte. Im Zuge dessen kann das Kind medizinische Instrumente wie Stethoskop, Otoskop, Reflexhammer usw. kennenlernen und benutzen. „Ziel dieser Simulation ist der Abbau von Ängsten vor Ärzten und Spitälern durch Wissenserwerb und spielerische Darstellung des Krankenhausalltags“, erklärt Primar Burkhard Simma, Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde im LKH Feldkirch.

Im Behandlungsraum werden die Stofftiere je nach Diagnose in unterschiedlichen Stationen wie etwa dem Labor, der Röntgenabteilung oder der Chirurgie behandelt. Nach der Untersuchung folgt der Gang in die Apotheke, in der gegen Rezept Teddybären-Medikamente wie Bauchwehapfel oder Kopfwehbanane ausgegeben werden. Diese sollen zur raschen Genesung des Kuscheltieres beitragen. Als besonderes Highlight gilt der Krankenwagen, der zur Besichtigung bereitgestellt wird.

Hochmotivierte Organisatoren

„Kindern soll durch dieses Projekt der Spitalsalltag nähergebracht werden“, betont Dominik Klug, einer der Organisatoren des Teddybärkrankenhauses. Das Teddybärkrankenhaus ist ein Projekt, das von sechs Medizinstudentinnen und Medizinstudenten ehrenamtlich und eigenständig veranstaltet wird. Dominik Klug, Natascha Prugger, Andreas Hasenburger, Lisa Marie Dertinger, Vanessa Dunst und Anna Edlinger sind Mitglieder der Austrian Medical Students Association (AMSA), einem Verein österreichischer Medizinstudenten, der unter anderem hinter dem Teddybärkrankenhaus, internationalen Studentenaustauschen, Sexualaufklärung in Schulen („Achtung Liebe“), Aktionen zum Welt-Aids-Tag, Ernährungsberatungen in Schulen („Grips statt Chips“) und Nichtraucherkampagnen steht.

Gute Vorbereitung

Im Zuge der Vorbereitung auf den Aufenthalt im Teddybärkrankenhaus sollen die Kinder im Kindergarten oder zu Hause eingehend auf die Themen Krankheit, Arztbesuch und Spital vorbereitet werden. Die Krankengeschichte für die Stofftiere soll bereits parat sein. Am Tag des Krankenhausbesuches darf das eigene kranke Stofftier auf keinen Fall fehlen. Der Besuch im Teddybärkrankenhaus dauert ca. eine Stunde, eine kleine Obstjause und Wasser sind vorbereitet.

Im Teddybärkrankenhaus wird behandelt wie in einem richtigen Spital. Foto: Teddybärspital innsbruck
Im Teddybärkrankenhaus wird behandelt wie in einem richtigen Spital. Foto: Teddybärspital innsbruck

Teddybärkrankenhaus

» Ort: Panoramasaal, LKH Feldkirch

» Termine: Donnerstag, 22. September, 8.30 Uhr bis 11.30 Uhr für Kindergärten; 14 bis 17 Uhr für private Besucher

» Freitag, 23. September, 8.30 Uhr bis 11.30 Uhr für Kindergärten

» Anmeldung erforderlich: www.teddy-krankenhaus-feldkirch.at