Wenn das Herz aus dem Takt gerät
MedKonkret-Reihe wird mit einem spannenden Vortrag zum Thema Puls eröffnet.
Feldkirch. (VN-mm) Der Puls, das unbekannte Wesen: Alle wissen, dass es ihn gibt. Hin und wieder wird versucht, ihn am Handgelenk zu ertasten. Aber ansonsten fristet er einfach sein Dasein. Allerdings kann es auch beim Puls zu krankhaften Veränderungen kommen. Und dann wird es ernst, denn dann gerät auch das Herz aus dem Takt. „Schon aus diesem Grund sollte der Laie über den Puls als einem der wichtigsten gesundheitlichen Merkmale entsprechend Bescheid wissen“, sagt Primar Heinz Drexel, Leiter der Internen Abteilung im Landeskrankenhaus Feldkirch. Sein Vortrag zum Start der MedKonkret-Reihe handelt deshalb von diesem Thema. Die Auftaktveranstaltung findet am Dienstag, 13. September, um 19 Uhr im Panoramasaal des Landeskrankenhauses Feldkirch statt.
Schlag auf Schlag
Der natürliche Puls ist so regelmäßig wie der Takt eines Musikstücks. Als normal gelten zwischen 50 und 100 Schläge pro Minute. Eine einfache Faustregel besagt: Jede Sekunde ein Schlag. „Daraus ergibt sich auch, was abnormal ist, nämlich unter 50 und über 100“, erklärt Heinz Drexel. Krankhaft sind ein zu schneller, ein zu langsamer und ein unregelmäßiger Puls. Zu beachten ist, dass bei körperlicher Anstrengung die Schlagzahl des Herzens und damit auch der Puls steigt. Tasten lässt sich der Puls am besten innenseitig am Unterarm auf der Daumenseite kurz vor dem Ende der Speiche.
Seine Entstehung basiert auf dem Kreislauf, der von Herz, Arterien und den Venen betrieben wird. Das Herz saugt das Blut an und wirft es mit jedem Herzschlag in die Arterien aus. „Während vom Herz das Blut quasi Schlag auf Schlag bewegt wird, ist es in den Schlagadern bereits ein dauernder Fluss. Dieser Fluss hat aber weiterhin schlagartigen Charakter, weshalb die Arterien auch Schlagadern heißen“, erläutert der Internist. Es ist diese Charakteristik, die man anhand des Pulses beurteilen kann. Der Puls sorgt also dafür, dass die Arterien das vom Herz zur Verfügung gestellte Blut weitertransportieren und in einen schlagbetonten, aber gleichmäßigen Fluss bringen. Von den Schlagadern wird das Blut schließlich in die Gewebe transportiert, von wo es in die Venen zurückfließt und den Kreislauf schließt. Drexel: „In den Venen ist nichts mehr von der schlagartigen Herzpumpfunktion zu spüren. Daher kann man in den Venen normalerweise auch keinen Puls tasten und auch nicht messen.“
Anzeiger für Probleme
Doch so reibungslos wie er sollte, funktioniert der Puls nicht immer. Bei zu langsamem Puls tritt Schwindel auf, bei schwerer Ausprägung ist die Implantation eines Schrittmachers angezeigt. „Bei zu schnellem Puls liegt meistens eine Herzschwäche vor, es kann sich aber auch um eine Schilddrüsenüberfunktion handeln“, listet der Arzt mögliche Ursachen auf. Besondere Bedeutung kommt dem unregelmäßigen Herzschlag zu. Beim Vorhofflimmern beispielsweise ist überhaupt kein Takt mehr festzustellen. Die Medizin spricht in solchen Fällen von der absoluten Arrhythmie. Über die häufigsten Behandlungsmethoden informiert Primar Drexel im Rahmen von MedKonkret.
Kein Risikofaktor
Der abnormale Puls ist übrigens kein Risikofaktor, sondern zeigt bereits bestehende Herz- oder Kreislaufprobleme an. Eine Ausnahme macht die absolute Arrhythmie des Vorhofflimmerns. Hier droht Gefahr durch Embolien.
MedKonkret
Wenn das Herz aus dem Takt gerät
» Referent: Primar Heinz Drexel, Landeskrankenhaus Feldkirch
» Termin: Dienstag, 13. September 2016, Panoramasaal des Landeskrankenhauses Feldkirch
» Beginn: 19 Uhr, Einlass ab 18 Uhr
» Eintritt und Parken in der LKH-Tiefgarage für MedKonkret-Besucher frei. Achtung: Es gibt nur eine beschränkte Platzanzahl