Biomarker als Schlüssel zum Erfolg

Das Lungenkarzinom stand im Fokus des Biomarker-Symposiums am LKH Feldkirch.
Feldkirch. In Österreich zählt Lungenkrebs zur zweithäufigsten Krebserkrankung der Männer und zur dritthäufigsten bei Frauen. Dank verbesserter Therapiemöglichkeiten steigt die Zahl der Langzeitüberlebenden, denn in keinem Bereich der Medizin vollziehen sich derzeit ein größerer Wandel und eine schnellere Entwicklung wie in der Krebsmedizin.
„Enorme Fortschritte“
Diese positiven Veränderungen sind vielfältig und reichen von präziseren bildgebenden Verfahren bis hin zu sanfteren chirurgischen Eingriffen. Sie umfassen ebenso neue interdisziplinäre therapeutische Strategien. „Eine wesentliche Voraussetzung für diesen enormen Fortschritt ist das wachsende Verständnis der Zusammenhänge zwischen der molekularen Analyse spezieller Gene, auch Biomarker genannt, und der Entstehung und dem Wachstum von Tumoren“, erläutert Prim. Univ.-Prof. Dr. Felix Offner, Leiter des Instituts für Pathologie am LKH Feldkirch. Biomarker sind Indikatoren für Krankheiten: In der Krebsmedizin handelt es sich bei Biomarkern um Genveränderungen oder Veränderungen von Proteinen (Bausteinen) der Tumorzellen, die objektiv gemessen werden können. Aus diesen wesentlichen Informationen lässt sich herausfiltern, ob überhaupt eine Krebserkrankung vorliegt, zudem kann auf den weiteren Krankheitsverlauf geschlossen werden. „Dem Patienten kommt diese Entwicklung durch eine Steigerung der Diagnose- und Therapiequalität direkt zugute: Zielgerichtete Medikamente sorgen für eine bessere Lebensqualität, verringern die Nebenwirkungen, sind lebensverlängernd und führen eher zur Heilung“, unterstreicht Offner.
International besetzt
Um sich über den rasanten medizinischen Fortschritt in der Erkennung und der Behandlung des Lungenkarzinoms auszutauschen, luden Prim. Univ.-Doz. Dr. Alexander De Vries, Leiter der Abteilung Strahlentherapie/Radioonkologie im LKH Feldkirch, Prim. Dr. Peter Cerkl, Leiter der Pulmologie im LKH Hohenems, und Prim. Univ.-Prof. Dr. Felix Offner international angesehene Experten aus Österreich, Deutschland und der Schweiz zum „Biomarker-Symposium 2017“ ins universitäre Lehrkrankenhaus Feldkirch. Es referierten der Wiener Onkologe Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Hilbe aus dem Wilhelminenspital, der Internist Priv.-Doz. Dr. Martin Früh vom Kantonsspital St. Gallen, die Schweizer Pathologin Priv.-Doz. Dr. Spasenjia Savic-Price vom Universitätsspital Basel und Univ.-Prof. Dr. Rudolf Maria Huber, Pulmologe am Universitätsklinikum in München.
„Durch den Einsatz von arzneimittelbezogenen Biomarkern kann präzise analysiert werden, welche Therapie momentan die beste für den Erkrankten ist: entweder der Einsatz eines neu entwickelten, zielgerichteten Medikaments oder die klassische Chemotherapie“, verdeutlicht Primar Cerkl den entscheidenden Vorteil in der Lungenkrebstherapie.