Erleuchtung

Gesund / 06.12.2019 • 11:24 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die Szenerie wirkte fast ein bisschen apokalyptisch: Am Horizont brannte der Himmel im kalten Licht der untergehenden Sonne, davor glühte ein Haus im Schein einer üppigen Weihnachtsbeleuchtung. Es gibt Leute, die tun sich schon Bemerkenswertes an, um der Adventzeit eine strahlende Krone aufzusetzen, und ich finde das schön. Mir wird ganz warm ums Herz, wenn ich morgens oder abends durch die Straßen laufe und die vielen Lichter betrachte, die das Dunkel durchdringen.

Nun mögen Klima- oder Umweltaktivisten vielleicht dagegenhalten, dass das nicht sein müsse und der ganze Aufwand nur dem Konsum diene. Mag sein, aber es gibt vieles andere, das noch weniger sein müsste, etwa der Kleinmüll, der in rauen Mengen an Weg- und Straßenrändern liegt. Getränkedosen, Bier- und Limonadenflaschen, Taschentücher, Zigarettenpacken, zusammengeknüllt und einfach fallen gelassen an Ort und Stelle, und es ist gewiss nicht die Generation unserer Eltern und Großeltern, die diesen Dreck hinterlässt … Von anderen Dingen, die diesen Planeten, vor allem aber die Menschen drangsalieren, ganz zu schweigen.

An den großen Rädern können wir nicht drehen, aber jene beständig an Notwendigkeiten gemahnen, die an den Hebeln der Macht sitzen. Das geschieht, und das ist gut so. Allerdings entbindet uns das nicht von der Verpflichtung, auch vor der eigenen Haustüre zu kehren. Große Veränderungen haben bekanntermaßen schon immer im Kleinen begonnen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine erleuchtende Adventzeit.

Marlies Mohr

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