Meduni Graz fragte Impfbereitschaft ab

Gesund / 24.07.2021 • 13:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Meduni Graz fragte Impfbereitschaft ab
Die Warteschlange vor dem Impfbus zeigt die hohe Impfwilligkeit. VN/STIPLOVSEK

Insgesamt seien die Rückmeldungen überraschend positiv. Es brauche mehr Aufklärung.

Bregenz, Graz Die Forscher der Med Uni Graz wie der AGES befragten zwischen Ende April und Anfang Juni 1003 Österreicher zu ihrer Impfbereitschaft bezüglich Covid-19. Das Ergebnis: Jeder zweite (48,5 Prozent) war mindestens teilimmunisiert, weitere 32,8 Prozent wollten sich impfen lassen. Es sei daher anzunehmen, dass die Impfbereitschaft auch in der Gesamtbevölkerung gestiegen sei, erklärt Studienleiterin Andrea Siebenhofer-Kroitzsch.

In den persönlichen Gespräche habe man hohen Wert darauf gelegt, die Sorgen und Ängste der Unentschlossenen und Impfunwilligen besser zu verstehen. Immerhin 6,3 Prozent seien unentschlossen, 12 Prozent wollen sich nicht impfen lassen. Von diesen Impfunwilligen seien 53 Prozent (oder 6,36 Prozent aller Befragten) offen für Anreizsysteme. Unentschlossene hätten vor allem Angst vor Impfreaktionen und Nebenwirkungen wie Zweifel an der Wirksamkeit genannt, Impfunwillige würden sie außerdem oft für unnötig empfinden.

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“Wichtig ist es die Menschen und ihre Ängste ernst zu nehmen. Wir müssen die Thematik Impfreaktionen/Impfnebenwirkungen besser aufbereiten, sodass auch medizinische Laien nachvollziehen können, welche Risiken und welche Chancen einer Impfung für jede einzelne Person und für die Gesellschaft innewohnen,“ betont die Studiengangsleiterin. Hier gebe es Verbesserungsbedarf bei der Kommunikation, um Mythen und Halbwahrheiten etwas entgegenhalten zu können.

Es gelte auch zu betonen, dass im Vergleich zur Grippeimpfung die Impfbereitschaft sehr hoch sei. Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher betont die einfache Zugänglichkeit der Impfung: “Nun heißt es aber dran bleiben, damit keine sommerliche Impfmüdigkeit eintritt, um besonders die Unentschlossenen zu erreichen. Daher haben wir in der Modellregion Vorarlberg auf ein besonders niederschwelliges Angebot gesetzt. Durch einen mobilen Impfbus mit Einmalimpfstoff, Last-Minute-Angeboten für Kurzentschlossene und Walk-In-Angebot ohne Anmeldung setzen wir auf eine breite Palette an Möglichkeiten sich diesen Sommer impfen zu lassen.”

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