Mit Blick auf die Herzklappe

Gesund / 11.11.2022 • 11:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Zirkuliert das Blut im Herzen nicht mehr richtig, kann das böse enden.adobestock
Zirkuliert das Blut im Herzen nicht mehr richtig, kann das böse enden.adobestock

Ein Verein will das Bewusstsein für diese Erkrankung stärken.

Wien Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für viele Herz-Kreislauferkrankungen, insbesondere auch für Herzklappenerkrankungen. In Österreich leidet in etwa jeder Achte über 75 Jahren an einer Herzklappenerkrankung, meist unbemerkt, da deren Anzeichen mit normalen Alterserscheinungen verwechselt werden. „Es gibt verschiedene Symptome, die auf Herzklappenfehler hindeuten. So ist Luftnot bei Belastung ein auffälliger Hinweis darauf, warum man Dinge nicht mehr so machen kann, wie man es bisher gewohnt war. Ein sehr schwerwiegendes Symptom ist ein Ohnmachtsanfall. Auch ein Engegefühl in der Brust kann darauf hindeuten, dass die Durchblutung des Herzens nicht ausreichend ist“, erklärt Prof. Raphael Rosenhek, Leiter der Ambulanz für Erworbene Herzfehler an der Medizinischen Universität Wien und Vizepräsident des Vereins „Meine Herzklappe“. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, Informationen zu Herzklappenfehlern breit bekannt zu machen.

Verkalkung

Der häufigste Herzklappenfehler ist die verkalkte Aortenklappe (Aortenklappenstenose). Die Aortenklappe regelt den Blutfluss aus dem Herzen in die große Körperschlagader, die Aorta. Ist die Aortenklappe verengt, kann das Herz den Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Zudem können sich an der verkalkten Aortenklappe kleine Blutgerinnsel bilden, die ins Hirn gelangen und einen Schlaganfall auslösen können. Herzrhythmusstörungen sowie Herzflimmern können ebenso Folgeerkrankungen sein. Unbehandelt verursacht die Aortenklappenstenose eine Herzschwäche oder gar den Tod.

Ein weiterer häufiger Herzklappenfehler ist die Mitralinsuffizienz. Diese bezeichnet eine undichte Mitralklappe. Schließt die Mitralklappe nicht vollständig, fließt Blut zurück in den Herzvorhof. Um wichtige Organe, wie zum Beispiel Gehirn, Niere oder Leber trotzdem mit ausreichend Blut zu versorgen, entwickeln Patienten ein vergrößertes Herz. „Dies kann zu Herzrhythmusstörungen, im speziellen Vorhofflimmern, mit einem damit verbundenen Schlaganfallrisiko führen“, warnt Rosenhek. Dabei sind viele Herzklappenfehler leicht und bedürfen lediglich einer regelmäßigen Kontrolle. Eine medikamentöse Therapie kann zudem vorhandene Symptome lindern. „Haben Patienten etwa aufgrund einer eingeschränkten Herzfunktion eine Undichtigkeit der Mitralklappe, bessert sich diese, wenn sich die Herzfunktion erholt“, erläutert Raphael Rosenhek. „Häufig ist jedoch eine Reparatur oder ein Ersatz der Herzklappe notwendig, um einen bleibenden Schaden am Herz abzuwenden und eine normale Lebenserwartung bei guter Lebensqualität zu erhalten. Dies gilt auch für die Aortenklappenstenose. Hier ist die Herzklappe geschädigt und wird nicht von allein heilen.“

Ab 50 regelmäßig abhören

Um einen Defekt frühzeitig festzustellen, empfehlen Herzspezialisten, ab dem 50. Lebensjahr mindestens einmal jährlich das Herz mit einem Stethoskop abhören zu lassen. „Stellt der Hausarzt ein Herzgeräusch fest, wird die Diagnose danach mittels eines Herzultraschalls, welcher von Kardiologen durchgeführt wird, gesichert“, führt Rosenhek aus.

„Es gibt verschiedene Symptome, die auf einen Herzklappen-Defekt hinweisen.“

Mit Blick auf die Herzklappe

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.