Hans Schabus und Caroline Mesquita im Kunstforum Montafon

HE_Blude / 30.11.2022 • 14:51 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Hans Schabus streckte den Zirkel bis nach Wien und zog einen Kreis, der bis nach Marseille reichte, wo Caroline Mesquita wohnt. hans Schabus
Hans Schabus streckte den Zirkel bis nach Wien und zog einen Kreis, der bis nach Marseille reichte, wo Caroline Mesquita wohnt. hans Schabus

Schruns Als Hans Schabus gebeten wurde, eine andere Künstlerin zur Mitarbeit an einer Ausstellung ins Kunstforum einzuladen, antwortete er mit Zirkel und Landkarte. Er steckte die Nadel in Schruns ein, streckte den Zirkel bis nach Wien (seinem Wohnort) und zog einen Kreis, der bis nach Marseille reichte, wo Caroline Mesquita lebt. So wurde das Kunstforum Montafon zum Zentrum, an dem sich beide Künstler auf halbem Weg begegnen.

Tunnel trifft Vögel

Hans Schabus interessiert sich für Strukturen, die die Region verändern und ihr wirtschaftliches und politisches Verständnis prägen. Er nahm die Bauweise des Arlbergtunnels als Metapher. Die „Neue Österreichische Tunnelbauweise“ nutzt die inhärente geologische Festigkeit des umgebenden Gesteins, um den Tunnel wo immer möglich zu stabilisieren, anstatt den gesamten Tunnel zu verstärken. Daher ist der Tunnel (und sein Bau) abhängig von dem Material, durch das er geschlagen wird. So ist es auch mit dem hölzernen konstruierten Abschnitt des Tunnels, den der Künstler im Kunstforum nachbauen ließ. Mit Blick auf den Litz-Bach erfährt der Tunnel eine funktionale Verschiebung von einem Ort des Durchgangs und der Verbindung hin zu einem Ort der Besinnung, sozusagen einem Unterschlupf.

Caroline Mesquita bringt eine andere Gruppe von Protagonisten auf die Bühne: vier Vogelfiguren aus patiniertem Messing- und Kupferblech sitzen und stehen über den Raum verteilt. Sie bilden eine bunte Gruppe, die zusammenkommen und sich von ihren jeweiligen Wanderrouten ausruhen. Sie scheinen aus einer anderen Zeit zu stammen, ihr Material und ihre Farben erinnern entfernt an mythologische Figuren. Ihre Motivation, im Montafon zu sein, scheint eher unklar. Aufgrund ihres mehrdeutigen Status fragen die Vögel nach unserer eigenen Position und Beziehung zu dieser Umgebung.

In der Ausstellung „Mid-Way“ verschwindet die Hierarchie, weder Künstler noch Betrachter stehen im Mittelpunkt, sondern beteiligen sich aktiv am Kunstwerk. Das Tunnelfragment wird zu einer von Zugvögeln bewohnten Bühne, von der aus die Lieder der Welt gesungen werden.

Ausstellung „MID-WAY“

Wer Caroline Mesquita und Hans Schabus

Eröffnung Freitag, 2. Dezember, 19 Uhr. Zur Ausstellung spricht Pieternel Vermoortel, Autorin und Kuratorin

Samstag, 7. Januar, 18 Uhr Ausstellungsführung mit Kurator Roland Haas

Samstag, 14. Januar, 17.30 Uhr Konzert mit dem „Duo Minerva“

Mittwoch, 18. Januar, 14 bis 16.30 Uhr kunstKINDERkunst-Workshop mit Helene und Franz Rüdisser

Ausstellungsdauer 4. Dezember bis 29. Januar

Öffnungszeiten Mittwoch bis Freitag und Sonntag jeweils von 16 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Geschlossen ist die Ausstellung am 25. Dezember und am 1. Januar.

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