Wie aus dem Käsomat ein schmuckes Alpahüsle wird

HE_Brege / 07.09.2022 • 14:42 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Senner Kaspar Domig und Josef Türtscher belohnen Lion Maul mit einem Käselaib. VLK
Senner Kaspar Domig und Josef Türtscher belohnen Lion Maul mit einem Käselaib. VLK

Vorarlberger Holzbaukunst und Uni Liechtenstein entwickelten gemeinsames Projekt.

Hörbranz, Sonntag Für 80 der 130 Vorarlberger Sennalpen ist Alma ein verlässlicher Partner, der die Alpsenner auch immer wieder mit Aktionen unterstützt. Dabei wird etwa auch die Direktvermarktung gefördert. Dies geschieht aktuell u. a. durch Käsomaten – einem Kühlschrank für Käseverkauf – auf den Alpen.

Der Alpe angepasst

Weil derartige Automaten in ihrer nüchternen und auf Zweckmäßigkeit ausgerichteten Ausführung aber auf der Alpe eher ein Fremdkörper sind, hatten Bereichsleiter Christof Abbrederis und sein Alma-Team die Idee, dem Käsomat ein älplerisches Outfit zu verpassen und daraus ein Alpahüsle zu machen. Entstanden ist die Idee zum Alpahüsle-Wettbewerb beim alljährlichen Alma-Abend für Älplerinnen und Älpler in Mellau.

Umsetzung mit Experten

Für die Umsetzung der Idee wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben und Fachleute mit ins Boot geholt. Dieser Wettbewerb für architektonisch ansprechende Verkleidung der Käsomaten wurde im Hinblick auf Ästhetik, Handhabung, Praktikabilität und natürliche Ressourcen ausgerufen und in Zusammenarbeit mit Matthias Ammann, Geschäftsführer Holzbaukunst Vorarlberg, und der Uni Liechtenstein umgesetzt.

Neun Studierende stellten sich der Herausforderung und entwarfen Ideen für das Alpahüsle. Auf der Alpe Steris in der Großwalertaler Gemeinde Sonntag wurden die Ergebnisse präsentiert. Gastgeberin Andrea Schwarzmann, LR Christian Gantner, Josef Türtscher, Obmann des Vorarlberger Alpwirtschaftsvereins, Wolfgang Schwarzmann, die Vorarlberger Architektinnen Julia Kick und Nina Beck, Produktdesignerin Sarah Beck sowie die ehemalige Älplerin, Wirtschaftsstudentin und Alma-Praktikantin Nicole Steurer konnten dabei Lion Maul als Sieger des Wettbewerbs mit einem älplerischen Preis belohnen – er erhielt für seinen Entwurf einen 30-Kilo-Käselaib.

Einzigartige Tradition

Ergänzt wurde die Projektvorstellung und Jurysitzung durch eine Alpsennereiführung sowie einerAlpjause. Dabei wies Abbrederis auf die Einzigartigkeit der Vorarlberger Alpwirtschaft hin. Nicht von ungefähr wurde die Dreistufenlandwirtschaft von der UNESCO in das nationale Verzeichnis aufgenommen. „Die Alpwirtschaft“, so Abbrederis, „bietet zahlreichen Menschen jährlich Erholung und Ausgleich. Um diese einzigartige Kulturlandschaft weiter genießen zu können, braucht es die Alpen und insbesondere die intensive Bewirtschaftung durch die Arbeit der Vorarlberger Älpler und Älplerinnen.“

„Alpen und ihre Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter sind ein wesentlicher Teil der Vorarlberger Kultur. Einerseits pflegen sie jahrhundertealte Traditionen und beliefern die Menschen mit besten Käseprodukten, andererseits tragen sie wesentlich zum Erhalt der Natur- und Kulturlandschaft bei“, ergänzt Sarah Mentin, Marketing- & Kommunikationsbeauftragte bei Alma.

Der Kreis schließt sich

Für die Dreistufenlandwirtschaft – Heimgut, Vorsäß, Hochalpe – schließt sich dieser Tage der Kreis, denn die Rückkehr von den Hochalpen ins Heimgut (manchmal noch mit einem herbstlichen Zwischenstopp im Vorsäß) ist nach einem guten Alpsommer in vollem Gange und wird im Wesentlichen bis zum Heiligkreuztag (14. September) abgeschlossen. Am darauffolgenden Samstag (17. September) findet dann der Schwarzenberger Markt mit Käseprämierung statt. STP