„Idealer Standort“ für neues Jugendhaus

Heimat / 01.01.2024 • 18:14 Uhr
Jugendkoordinatorin des Standes Montafon, Elke Martin, und Jugendarbeiter Michael Kuppelwieser freuen sich über den neuen Standort. VN/JUN
Jugendkoordinatorin des Standes Montafon, Elke Martin, und Jugendarbeiter Michael Kuppelwieser freuen sich über den neuen Standort. VN/JUN

Die Entscheidung ist gefallen: Für die Offene Jugendarbeit Montafon wurde ein neuer Standort gefunden.

SCHRUNS Lange war es unklar, wie es mit dem Jugendhaus im Montafon weitergeht. Zunächst hat es den Anschein gemacht, als könnte der neue Jugendplatz samt Jugendhaus auf einem Grundstück direkt am Tschaggunser Bahnhof realisiert werden, doch die Anrainer hatten etwas dagegen und auch ein Lärmschutzgutachten brachte kein positives Ergebnis. So ging die Suche weiter. Unter Zeitdruck standen die Montafoner Bürgermeister auch noch, da der jetzige Mietvertrag des Jugendhauses im September ausläuft. Nach langem Suchen konnte nun eine Lösung gefunden werden – und diese steht vis-a-vis vom ursprünglich angedachten Objekt. Das Haus auf dem Parkplatz des Bahnhofs Tschagguns gehört den illwerken vkw, die es zuvor an die Caritas verpachtet hatten. Die Caritas nutzte die Räumlichkeiten als Werkstätte für Menschen mit Beeinträchtigung, doch jetzt ist sie ausgezogen und das Haus steht leer.

Lieber Eigentum statt Miete

Der Stand Montafon darf das Haus für fünf Jahre mieten, dann muss wieder neu verhandelt werden – was nicht die Ideallösung ist, wie Standesrepräsentant Jürgen Kuster gesteht. Er hätte sich etwas Längerfristiges gewünscht, hätte lieber ein Grundstück mit Haus gekauft statt gepachtet, aber das war nicht möglich, da die Gemeinden nichts Passendes gefunden haben. „Ich hätte lieber etwas im Eigentum gehabt“, so Kuster, „aber die Grundstücke sind uns nicht in den Schoß gefallen.” Die illwerke vkw seien zwar ein toller Partner, aber die befristeten Mietverträge findet er mühsam. „Da haben wir immer das Damoklesschwert über uns hängen.“

Nichtsdestotrotz heißt es nicht, dass der Stand Montafon nach Ablauf der fünf Jahre wieder von Neuem auf Suche gehen muss, denn der Mietvertrag kann genauso gut verlängert werden. Mit Liebherr, dem Eigentümer des jetzigen Hauses, in dem die Jugendarbeit untergebracht ist, „hat es auch lange Zeit gehalten“, sagt Kuster, der am liebsten mindestens zehn, eher 15 Jahre einen sicheren Standort für die Jugendlichen im Tal hätte.

„Tolles Gebäude“

Das Haus der illwerke vkw hatte der Stand Montafon schon länger auf dem Radar. Worin sich alle Bürgermeister einig sind, ist, dass der Standort ideal sei. „Wir haben jetzt ein tolles Gebäude“, freut sich Jürgen Kuster. Das Haus mit Holzschindeln ist dreigeschossig, hat einen großen Garten und liegt direkt am Bahnhof. Vor wenigen Jahren wurde es innen renoviert. Das einzige Manko, was das Haus hat, ist der kaputte Lift. Das wirft die Frage in den Raum, ob die Jugendlichen einen Lift brauchen oder nicht, wobei Jugendkoordinatorin des Standes Montafon, Elke Martin, der Meinung ist, dass es schon „toll wäre, wenn das Haus behindertengerecht ist“. Es sei ein schönes Zeichen, wenn der Lift repariert werden würde.

Elke Martin freut sich mit Jugendarbeiter Michael Kuppelwieser und allen Mitarbeitern der Offenen Jugendarbeit über das neue Jugendhaus, das drei große Räume umfasst und im Mai oder Juni eröffnet werden soll. Im Erdgeschoss wird eine neue Küche eingebaut. Dort soll eine Art Café entstehen, wo die Jugendlichen zwanglos etwas konsumieren können. „Wir wollen alles möglichst mobil einrichten, sodass man ganz leicht auch mal Möbel verstellen kann für Workshops und Ähnliches“, sagt Elke Martin. Der Billardtisch wird vom jetzigen Jugendhaus in das neue mitgenommen und im ersten Geschoss aufgestellt. Auch Kreativräume wird es geben. Die Raumnutzung ist aber flexibel gedacht und kann sich dementsprechend noch ändern. Im Sommer können die Jugendlichen auch den Garten nutzen.

„Hier haben die Jugendlichen eine gut erreichbare Anlaufstelle, wo sie hingehen können und immer willkommen sind“, sagt Elke Martin. Die Offene Jugendarbeit hat immer freitags und samstags von 15 bis 20 Uhr offen und wird vom Land, Stand und durch Projekte finanziert. Dass die Jugendlichen in Entscheidungen mit eingebunden werden, ist Miriam Piske, der Leiterin der Jugendarbeit Montafon, sehr wichtig, weshalb die Jugendlichen ihr neues Jugendhaus auch selbst mitgestalten können.

Kooperation beim Skateplatz

Ein Jugendplatz ist damit aber nicht gefunden. Ob überhaupt ein Skateplatz im Montafon kommt, ist fraglich. „Brauche ich in jeder Talschaft einen Skateplatz?“, fragt sich Jürgen Kuster. Der Bludenzer Bürgermeister Simon Tschann sucht sowieso momentan im Tal nach Kooperationspartnern, schließlich ist Bludenz gerade dabei, einen großen Skateplatz im Bildungsviertel zu bauen. Jürgen Kuster ist einer Kooperation nicht abgeneigt und kann sich mit der Idee anfreunden, dass es nur in Bludenz einen Skateplatz gibt, den dann die Montafoner Jugendlichen mitbenutzen können. VN-JUN

Den Garten können die Jugendlichen in den Sommermonaten mitbenutzen.
Den Garten können die Jugendlichen in den Sommermonaten mitbenutzen.