Das ist der neue Frastanzer Feuerwehrkommandant

Mit klaren Strukturen und einer engagierten Nachwuchsarbeit führt Peter Tiefenthaler die Feuerwehr Frastanz in die Zukunft.
Frastanz Wenn Peter Tiefenthaler über die Feuerwehr spricht, dann merkt man ihm seine Leidenschaft sofort an. Schon als Kind faszinierten ihn die großen roten Fahrzeuge, die Sirenen, die schnellen Einsätze. Doch es war nicht nur die Technik, die ihn anzog – es war das Bedürfnis, zu helfen. „Ich wollte etwas Gutes tun, Menschen in Not helfen. Das hat mich damals zur Feuerwehr gebracht und treibt mich bis heute an“, erzählt er.

Mit 18 Jahren trat Tiefenthaler der Feuerwehr Frastanz als aktives Mitglied bei. Von da an folgte eine Reihe an Ausbildungen: Funkausbildung, Atemschutz, Maschinist, später dann auch Führungslehrgänge. Schritt für Schritt arbeitete sich der heute 42-Jährige nach oben, sammelte Erfahrung bei unzähligen Einsätzen – vom Routineeinsatz bis hin zu tragischen Momenten. Besonders in Erinnerung geblieben sind ihm die schwereren Verkehrsunfälle im Ambergtunnel. „In manchen solchen Momenten hinterfragt man schon: Warum geschehen solche Schicksalsschläge?“, erzählt er nachdenklich. „Aber am Ende geht es darum, dass wir da sind, wenn wir gebraucht werden.“
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Ein neues Kapitel als Kommandant
Nun, 25 Jahre später, übernimmt Tiefenthaler das Kommando über die Feuerwehr Frastanz. Mit überwältigender Mehrheit wurde er von seinen Kameraden gewählt – 94 von 96 Stimmen sprachen ihm ihr Vertrauen aus. „Das hat mich wirklich berührt. Es zeigt, dass wir als Team gut funktionieren und gemeinsam für die Sicherheit der Gemeinde einstehen“, betont er stolz.

Schon in seinen ersten Wochen als Kommandant hat der Frastanzer klare Strukturen geschaffen. „Mir war es wichtig, dass wir die Feuerwehr breit aufstellen. Jeder Bereich hat eine klare Verantwortung, damit nicht alles auf ein paar Schultern lastet.“ Die ersten Erfolge sind schon sichtbar: „Die Gruppen haben sich sofort organisiert, Sitzungen abgehalten, Pläne erstellt – das ist genau die Eigeninitiative, die wir brauchen.“ Auch sein Stellvertreter, Martin Schmölzer, bringt sich aktiv ein und übernimmt die Ausbildung. „Ich kann nicht alles alleine machen. Aber wenn jeder seine Aufgabe kennt, dann läuft es fast von selbst.“
Naturkatastrophen und steigende Einsatzzahlen
Die Feuerwehr Frastanz ist eine der größten im Bezirk – doch sie braucht immer neue Mitglieder. „Die Einsätze nehmen zu, vor allem technische Hilfeleistungen. Unwetter, Überschwemmungen, Stürme – wir merken, dass sich das Klima verändert und damit auch unsere Aufgaben“, reflektiert der Kommandant. Deshalb wurde bereits im letzten Jahr eine große Kampagne gestartet, um neue Mitglieder zu gewinnen. „Wir sind stolz darauf, dass wir zehn neue Kameraden dazugewinnen konnten. Aber wir brauchen noch mehr, denn die Einsätze werden nicht weniger.“
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Besonders die Feuerwehrjugend spielt dabei eine große Rolle. „Wir haben ein starkes Jugendteam, das großartige Arbeit leistet. Es ist wichtig, dass wir junge Menschen für die Feuerwehr begeistern – denn ohne Nachwuchs gibt es keine Zukunft.“ Die Feuerwehr Frastanz sucht weiterhin motivierte junge Leute, die sich engagieren möchten. „Man bekommt so viel zurück – Kameradschaft, Teamgeist, das Gefühl, wirklich etwas zu bewirken“, betont Tiefenthaler.
Herausforderungen der Zukunft
Neben dem Nachwuchs gibt es viele weitere Herausforderungen. Die Feuerwehr muss sich für die kommenden Jahre rüsten – neue Fahrzeuge, bessere Ausrüstung, digitale Systeme. Besonders der Bau des Stadttunnels stellt die Feuerwehr vor eine große Aufgabe. „Wir werden für die Sicherheit im Tunnel mitverantwortlich sein. Da braucht es klare Strukturen, Abläufe und Abstimmungen mit den Feuerwehren aus den Nachbargemeinden – das wird eine spannende, aber auch anspruchsvolle Zeit werden.“

Doch all diese Herausforderungen nimmt Tiefenthaler mit einer Mischung aus Pragmatismus und Begeisterung an. „Die Feuerwehr ist für mich wie eine große Familie. Es geht nicht nur um Einsätze, sondern auch um den Zusammenhalt. Wenn man sich aufeinander verlassen kann, dann funktioniert’s.“

Sein Ziel als Kommandant? „Ich möchte, dass wir als Team stark bleiben. Dass wir uns gegenseitig unterstützen, dass wir neue Mitglieder gewinnen, dass jeder weiß: Wir sind da, wenn es darauf ankommt.“ Und am Ende eines Tages, wenn die Sirene verstummt und die Mannschaft nach Hause fährt, dann bleibt dieses gute Gefühl, das ihn vor über 25 Jahren zur Feuerwehr gebracht hat: Die Gewissheit, etwas Gutes getan zu haben.