Historische Schätze und die Geschichte der Stadtvereinigung

Heimat / 07.07.2025 • 12:49 Uhr
Versteckte Schätze, wo Feldkirch zusammenwuchs : Auf der Heilig-Kreuz-Brücke erfuhren die Teilnehmer Wissenswertes über die zentrale Verkehrsachse.
Auf der Heilig-Kreuz-Brücke erfuhren die Teilnehmer Wissenswertes über die zentrale Verkehrsachse. ALLE BILDER:HE

Vor 100 Jahren wurden Feldkirchs Ortsteile zur Stadt Großfeldkirch vereint.

Feldkirch Die „Vereinigungsbrücke“ gilt als Symbol für den Zusammenschluss der Ortsteile vor 100 Jahren zu Großfeldkirch. Doch zuvor wurde rund um die Kapfschlucht noch erbittert um Feldkirchs Verteidigung gekämpft und so manche Hürde überwunden. Diesem Themenkreis widmete sich ein historischer Stadtspaziergang mit Werner Gerold im Rahmen von „Freitags um 5“, der tiefe Einblicke in die spannende Geschichte bot.

Versteckte Schätze, wo Feldkirch zusammenwuchs : Stadtführung mit Tiefgang und Aufstieg: Die Treppen hinauf zur Margarethenkapelle.
Stadtführung mit Tiefgang und Aufstieg: Die Treppen hinauf zur Margarethenkapelle.

Aus klein wurde groß

Bis 1925 existierten neben der Stadtgemeinde Feldkirch drei eigenständige Gemeinden: Altenstadt, zu der die heutigen Ortsteile Gisingen, Levis und Nofels gehörten, Tisis mit Heiligkreuz und Reichenfeld sowie Tosters. Feldkirch zeichnete sich als flächenmäßig kleinste Gemeinde Vorarlberg mit lediglich etwa 400 mal 400 Metern durch sehr beengte Raumverhältnisse aus. Zur Blüte der Industrialisierung um 1900 erlebte Feldkirch einen starken Bevölkerungsanstieg durch Fabrikarbeiterinnen zum Beispiel aus dem Trentino. So entstand der Wunsch nach räumlicher Ausdehnung und einer Stadterweiterung für Wohnraum, Handel und Industrie. Ein „Verschönerungsverein“ setzte sich Ende des 19. Jahrhunderts für eine Angliederung der Parzelle Heiligkreuz ein, welche 1896 erfolgte.

Versteckte Schätze, wo Feldkirch zusammenwuchs : Heiligkeuzbrücke mit Blick auf die Erweiterung der Kapfschlucht.
Heiligkeuzbrücke mit Blick auf die Erweiterung der Kapfschlucht.

Die Heilig-Kreuz-Brücke, ein Wahrzeichen der Stadt Feldkirch und nach historischem Vorbild der um 1538 errichteten Brücke zuletzt im Rahmen des Hochwasserschutzes wiedererrichtet, war einst ein Nadelöhr in alle Himmelsrichtungen und der einzige Weg, der es ermöglichte, von Ost nach West und über Duxgasse und Felsenau in Richtung Süden zu gelangen. Erleichterung brachte die Angliederung von Heiligkreuz von Tisis. 1904 wurde die Franz-Josef-Brücke über die Ill gebaut, 1905 das Landesgericht.

Versteckte Schätze, wo Feldkirch zusammenwuchs : Gespannt lauschten die Exkursionsgäste den Ausführungen in der Heilig-Kreuz-Kapelle.
Gespannt lauschten die Exkursionsgäste den Ausführungen in der Heilig-Kreuz-Kapelle.

Tisis war insgesamt der Ortsteil, der sich am offensten für den Zusammenschluss der Stadtteile zeigte und in der Volksabstimmung mit über 90 Prozent dafür votierte. Langwieriger und schwieriger erwies sich das Bestreben, von den Altenstädtern den Ortsteil Levis anzuschließen, wo der Bahnhof stand. Somit ist an der Schnittstelle von Feldkirch und Tisis sowas wie die Keimzelle der Vereinigungsbestrebungen zu finden, die in der 1929 errichteten Vereinigungsbrücke als direkter Verbindung sichtbar wird.

Versteckte Schätze, wo Feldkirch zusammenwuchs : In der Heilig-Kreuz-Kapelle begeistert ein Altar mit der Heiligen Familie.
In der Heilig-Kreuz-Kapelle begeistert ein Altar mit der Heiligen Familie.

Besondere Kapellen

Doch rund um die Kapfschlucht sind auch eine Reihe versteckter Schätze zu entdecken, die ebenso einen Besuch wert sind. Dazu zählt zu einem die Heiligkreuzkapelle im Kehr, die 1380 von Graf Rudolf V nach einer Pilgerfahrt nach Jerusalem errichtet worden ist. Die Margarethenkapelle, weltweit die einzige Kapelle mit einer Fußgängerunterführung, war einst Schauplatz erbitterter Kämpfe bei der Schlacht um Feldkirch im Rahmen des zweiten Koalitionskrieges 1799 zwischen französischen und Österreichischen Truppen. Die Architektenbrüder Bernhard und Stefan Marte haben sie aufwändig renoviert, ließen einen Ort des Friedens entstehen und hauchten ihm nach langem Stillstand Leben ein. Wenn die Kapelle im Rahmen einer Führung geöffnet wird, lohnt sich stets ein Besuch. HE

Versteckte Schätze, wo Feldkirch zusammenwuchs : Spuren des Krieges: Bei der Margarethenkapelle tobte 1799 ein blutiger Kampf zwischen Franzosen und Österreichern.
Spuren des Krieges: Bei der Margarethenkapelle tobte 1799 ein blutiger Kampf zwischen Franzosen und Österreichern.
Versteckte Schätze, wo Feldkirch zusammenwuchs : Ort des Friedens: Nach behutsamer Renovierung durch die Architekten Marte.Marte strahlt die Margarethenkapelle neue Ruhe aus.
Nach behutsamer Renovierung strahlt die Margarethenkapelle neue Ruhe aus.
Versteckte Schätze, wo Feldkirch zusammenwuchs : Nachhaltig mobil auf dem historischen Vereinigungsprojekt.
Nachhaltig mobil auf dem historischen Vereinigungsprojekt.