Zwischen Familienwerten und Verantwortung – die neue “Gspusi”-Bar will mehr sein als eine Partybude

Hier, direkt am Lechufer hat der junge Gastronom Maximilian Lucian einen neuen Treffpunkt für alle geschaffen.
LECH Wenn Maximilian Lucian über seine Rolle als Unternehmer spricht, klingt alles ganz klar. Lucian ist in einer Hotelfamilie aufgewachsen, aber nicht mit dem Gefühl, etwas übernehmen zu müssen. “Es war eher selbstverständlich”, sagt er. Schon früh habe er gemerkt, dass Gastronomie für ihn nichts mit Kalkül zu tun hat, sondern mit Haltung. Diese zeigt sich im Alltag: Er hilft im Service, spricht mit Gästen, kennt viele beim Namen.
Die Idee für das “Gspusi” entstand, als der hintere Bereich der Lechwelten frei wurde. Ein Ort, den viele übersehen haben. Lucian ging selbst hin, setzte sich, beobachtete das Licht. “Mehr Sonne, als man denkt”, sagt er. Dazu der freie Blick und der Fluss – plötzlich war klar, was hier möglich ist. Eine Après-Ski-Bar, ja. Aber keine reine Stehparty, sondern etwas Gemütliches im Freien.
Wir haben ein neues Lounge-Konzept entwickelt
Herzstück der Bar ist ein imposanter Schirm mit fast 15 Metern Durchmesser – laut Lucian der größte, den der Hersteller Meissl produzieren kann. Doch nicht die Größe allein macht den Unterschied. Statt klassischem Stehbar-Konzept setzt das “Gspusi” auf Lounge-Charakter: erhöhte Sitzbereiche, ein ringförmiges Raumgefühl, eine zentrale Tanzfläche mit Bar. Sechs Meter Raumhöhe sorgen für Offenheit, florale Polsterungen für Wärme.

In kurzer Zeit entwickelte sich die Bar zu einem Treffpunkt – nicht nur für Gäste, sondern auch für Einheimische, Skilehrer und Saisonmitarbeiter. “Wir wollten bewusst diesen Mix”, sagt Lucian. “Der Gast soll Lech erleben – mit den Menschen, die hier arbeiten und leben.”

Gegessen wird im Restaurant und an der Bar
Auch die Küche folgt dem Anspruch der Gemütlichkeit. Bistro-Stil mit französischer Handschrift, dazu österreichische Klassiker. Küchenchef Alex Krankl bringt Erfahrung aus der Spitzengastronomie mit und dabei sei Qualität keine Kür, sondern Voraussetzung, sagt Lucian – auch mittags.

Bistro mit Anspruch
Neben der Bar ist das “Gspusi” auch ein vollwertiges Restaurant. Mittags und abends geöffnet, orientiert sich die Küche an einem französisch angehauchten Bistro-Stil – mit österreichischen Klassikern. Küchenchef Alex Krankl bringt Erfahrung aus der Zwei-Sterne-Gastronomie mit. “Für die Größe des Lokals haben wir eine sehr große Karte”, sagt Lucian. Qualität sei kein Zusatz, sondern Grundlage.
Unternehmerisches Risiko – bewusst kalkuliert
Ein neues Konzept, ein neuer Standort – das Risiko ist Lucian bewusst. “Von nichts kommt nichts”, sagt er. Entscheidend sei gewesen, ein nachhaltiges Modell zu entwickeln. Die behördliche Auflage: zehn Monate Betrieb pro Jahr. Deshalb bleibt das Restaurant auch im Sommer geöffnet, die Eisbar wird zum Biergarten. Après-Ski im Winter, Gastronomie das ganze Jahr.
Mit rund 150 Gästen im Barbereich und 70 Sitzplätzen im Restaurant ist das “Gspusi” kein Massenbetrieb – sondern ein Ort, der Atmosphäre schaffen will.
Sicherheitskonzepte rücken auch in Lech in den Fokus
Die Brandkatastrophe in Crans-Montana hat die alpine Gastronomie erschüttert – weit über die Schweiz hinaus. Auch in Lech wird seither verstärkt über Sicherheitskonzepte diskutiert. Betreiber wie Maximilian Lucian sehen darin keinen kurzfristigen Reflex, sondern eine grundlegende Verantwortung.
Im Restaurantbereich des “Gspusi” gilt seit Beginn ein striktes Feuerverbot – keine Kerzen, keine offenen Flammen. “Diese Entscheidung haben wir lange vor den aktuellen Ereignissen getroffen”, betont Lucian. Auch im Außenbereich der Après-Ski-Bar wurden pyrotechnische Elemente wie Sprühkerzen inzwischen bewusst ausgesetzt. “Nicht, weil es bei uns unsicher wäre – sondern aus Respekt vor dem, was passiert ist.”
Baulich sei das Lokal auf Sicherheit ausgelegt: hohe Decken, feuerfeste Materialien, nicht brennbare Polsterungen. Besonders wichtig sind die Fluchtwege. Zwei große Notausgänge mit großen Schwingtüren sorgen dafür, dass jeder Bereich innerhalb weniger Meter verlassen werden kann. “Im Ernstfall müssen Menschen schnell raus – das war für uns zentral.”