Musikalische und soziale Kompetenzen

Musiktausendsassa Evelyn Fink-Mennel bei Neujahrsempfang der Stadtmusik Feldkirch.
Feldkirch Als junges Mädchen hat die Musikerin, Autorin, Musikwissenschafterin und Musikpädagogin Evelyn Fink-Mennel Geige gelernt, konnte mangels eines Streichorchesters im Bregenzerwald aber nicht in Gemeinschaft musizieren. “Ich war nie Blasmusikerin, habe aber drei Jahre lang Tuba gelernt und werde hoffentlich in der Pension Blasmusik machen”, erklärte sie zu Beginn ihrer Festrede beim Neujahrsempfang der Stadtmusik Feldkirch. Die Organisationsstruktur der Blasmusikvereine, ihr generationenübergreifendes Denken sowie ihre kulturelle und soziale Praxis haben sie seit jeher fasziniert.

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Vor Mennels Ausführungen zum Thema “Engagement und Community Music am Beispiel von Musikvereinen” hatten im “Montfort das Hotel” Hausherr und Beirat Dieter Oberhöller sowie Vereinsvorstand Martin Jussel die Teilnehmer:innen begrüßt. Jussel hieß namentlich Dompfarrer Fabian Jochum, Vorvorgänger Rudolf Bischof, LR Barbara Schöbi-Fink, die Ortsvorsteherinnen Silvia Fröhlich und Judith Heeb sowie Ortsvorsteher a. D. Dieter Preschle willkommen.

Er stellte Thomas Rüscher und Jonathan Scheriau vor, die seit Anfang des vorigen Jahres als Dirigenten der Stadtmusik tätig sind und innert zwei Monaten Programmzusammenstellung und andere Vorbereitungen für das Frühjahrskonzert geschafft haben. Rüscher ist seit fünf Jahren hauptberuflich bei der Militärmusik, spielt Posaune, Tenorhorn und Basstuba und kann mit seinen 24 Jahren auf 15-jähriges Engagement bei der Stadtmusik zurückblicken. Er gehört neben Ramona Hornung, Caprice Jussel, Miriam Dünser und Kai Jussel zum Leitungsteam der Jugendmusik, spielt bei “Blech mal Acht” und Keyboard bei der Band “Katzensprung”.

Der 31-jährige Jonathan Scheriau spielt Posaune und wird seine 2020 begonnene Dirigentenausbildung 2027 mit der höchsten Stufe “D4” abschließen. Er besucht viele Konzerte und nimmt davon Anregungen für die Programmgestaltung bei der Stadtmusik mit. Das dürfte sich auch beim Frühjahrskonzert am 18. April niederschlagen, bei dem Jungmusikanten aus allen Feldkircher Blasmusikvereinen als “Feldkirch hoch Fünf” mitwirken. Geplant sind weiters zwei Platzkonzerte, der mit der Tourismusabteilung noch zu verhandelnde “Rundklang der Blasmusik”, die Verabschiedung von Dompfarrer Fabian Jochum im August sowie das Willkommen für dessen Nachfolger im September sowie das Reichenfeldfest am 6. September.

Die prekäre finanzielle Lage der Stadt schlägt sich in zweifacher Hinsicht nieder: Beim Weinfest werden nur die fünf Blasmusikkapellen aufspielen, weitere Ensembles werden nicht engagiert. Und im November hat Bürgermeister Manfred Rädler die Vorstände aller fünf Vereine ins Rathaus gebeten und ihnen mitgeteilt, dass die Förderungen zumindest für 2026 um vierzig Prozent gekürzt werden müssen. Laut Jussel könne man schon “eine Weile durchtauchen und Investitionen zurückstellen”, auf längere Sicht müssten aber Veranstaltungen reduziert werden. Die Finanzierung des Neujahrsempfangs 2027 sei noch nicht gesichert.

Vollblutmusikantin Fink-Mennel berichtete, dass sie nach ihrem Studium jahrelang vier Tage die Woche an der Musikuniversität und zwei an der Musikschule Bregenzerwald unterrichtet hat. “Und nebenbei Tuba gelernt”. Sie hat Dirigierunterricht beim Musikschulleiter und späteren Militärkapellmeister Karl Gamper genommen und die “1. Wibarmusig” sowie das Kinderorchester “Sägewerk” („Die ganz Kleinen sägen auf ihren Instrumenten herum”) gegründet. Amateurensembles spielen ihr zufolge “eine notwendige Rolle beim Erfüllen guter musikalischer und sozialer Ansprüche”. AME









