Im ersten Poolbillard-Finale von zwei Geschwistern gab es eine Überraschung

Heimat / HEUTE • 11:06 Uhr
Luca Scherrer wurde mit elf Jahren erstmals Landesmeister.
Luca Scherrer wurde mit elf Jahren erstmals Landesmeister.Thomas Knobel

Brüderlich, bissig, brillant: Luca Scherrer holt als 11-Jähriger ersten U17-Titel.

Feldkirch Was sich bei den landesweiten Poolbillard-Titelkämpfen in Feldkirch abspielte, war für Kenner der Szene ein echtes Highlight – und für den Nachwuchssport in Vorarlberg ein Versprechen für die Zukunft. Besonders im Rampenlicht standen zwei junge Talente, die nicht nur mit Technik, sondern auch mit Sportsgeist und Nervenstärke überzeugten: Markus Schleindler und Atila Seymen. Die beiden Trainingspartner vom BSV Break Feldkirch lieferten sich im Finale der U19-Kategorie ein packendes Duell. Schleindler, der schon länger als einer der konstantesten Nachwuchsspieler gilt, konnte sich schlussendlich durchsetzen und sicherte sich damit den Landesmeistertitel im 8er-Ball. Ein Erfolg, der sowohl sein eigenes Können als auch das hohe Trainingsniveau in seinem Verein unter Beweis stellt.

Die Teilnehmer der U-17-Titelkämpfen in Feldkirch.
Die Teilnehmer der U17-Titelkämpfe in Feldkirch.

Doch während die U19-Bewerbe auf hohem Niveau verliefen, war es der jüngere Jahrgang, der das Publikum besonders begeisterte. Neun Spieler aus dem ganzen Land hatten sich für die U17-Kategorie qualifiziert, in der ebenfalls im 8er-Ball gespielt wurde. Schon in der Vorrunde zeigte sich, dass sich hier eine Generation mit viel Potenzial und Ehrgeiz entwickelt. Im Halbfinale kam es schließlich zu zwei klaren Begegnungen mit einem seltenen Ergebnis: Sowohl Selina Scherrer als auch ihr Bruder Luca Scherrer, beide vom SBC Feldkirch, gewannen ihre Matches. Während Selina gegen Timo Burtscher aus Altach keine Zweifel aufkommen ließ, bezwang Luca den Spieler Valentin Ospelt von Schaan mit beeindruckender Präzision.

Markus Schleindler (2.v.r.) wurde U-19-Landesmeister im 8er Ball.
Markus Schleindler (2. v. r.) wurde U19-Landesmeister im 8er-Ball.

Was dann folgte, war historisch – zumindest für den Vorarlberger Billardsport. Zum ersten Mal in der Geschichte der Landesmeisterschaften trafen im Finale zwei Geschwister aufeinander. Eine Konstellation, die für Gesprächsstoff sorgte und auch emotional besonders war. Die 11-jährige Nachwuchshoffnung Luca Scherrer bewies in diesem Finale Nerven wie aus Stahl. Mit einem bemerkenswert reifen Spiel, hoher Konzentration und einigen technisch brillanten Bällen dominierte er das Match gegen seine ältere Schwester. Am Ende durfte er sich nicht nur über den Turniersieg freuen, sondern auch über seinen allerersten Landesmeistertitel – und das in einem Alter, in dem andere erst damit beginnen, einen Queue richtig zu halten. VN-TK