Mit Vollzeitjob in die Bundesliga: Marina Jakob lebt Handball ohne Kompromisse

Die 23-Jährige lebt Bundesliga, Beruf und Vereinsleben mit Leidenschaft und Disziplin.
Feldkirch Wenn Marina Jakob über Handball spricht, beginnt sie nicht mit Erfolgen oder Statistiken. Sie spricht von Freundschaften, von Vertrauen – und vom Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein. Die 23-Jährige ist rechter Flügel beim Handballclub BW Feldkirch, spielt in der ersten Bundesliga, arbeitet Vollzeit im Marketing – und ist nebenbei auch noch für die Social-Media-Kanäle ihres Vereins zuständig.

“Ein Leben ohne Handball? Schwer vorstellbar”, sagt sie. Für Marina ist der Sport kein Ausgleich, sondern ein Lebensprinzip. Disziplin, Struktur, Teamgeist – das alles beginnt bei ihr nicht erst in der Halle. Ihr Alltag ist durchgetaktet: Früh beginnt sie ihren Job bei den Dorfelektrikern in Götzis, damit sie rechtzeitig beim Training in Feldkirch ist. Vier- bis fünfmal pro Woche steht sie am Abend in der Halle, fast jedes Wochenende ein Spiel. Heimspiele, Auswärtsfahrten quer durchs Land – ein Rhythmus, der Ausdauer verlangt.

Was das alles möglich macht? “Rückhalt”, sagt sie. Und meint damit vor allem ihre Familie und ihren Arbeitgeber. Ihr Vater ist selbst im Verein aktiv, die Mutter und ihr Bruder sind treue Begleiter – ob auf der Tribüne oder im Alltag. “Ohne ihre Unterstützung wäre vieles nicht machbar.” Auch ihr Arbeitgeber ermögliche ihr durch flexible Arbeitszeiten, beides zu leben: Karriere und Spitzensport. “Das ist nicht selbstverständlich. Und ich weiß das sehr zu schätzen.”
Auf dem Spielfeld glänzt Marina auf dem rechten Flügel. “Dort fühl ich mich wohl – es ist schnell, direkt, kraftvoll.” Sie liebt das Tempo, die Konterläufe, den Moment, wenn ein Spielzug auf den Punkt aufgeht. Typisch Flügeltor: scharf, spitz, präzise. Sie ist bekannt für ihre Schnelligkeit, ihre Übersicht – und für ihren unermüdlichen Einsatz.

Aber Marina wäre nicht Marina, wenn sie sich nur über Leistung definieren würde. Sie ist Stimmungsbringerin, Motivatorin, eine, die zuhört und mitreißt. Im Team gilt sie als lebensfrohe Seele – eine, mit der man gerne lacht, aber auch durch schwierige Phasen geht. “Natürlich gibt’s schlechte Trainings, schlechte Spiele. Aber wenn du ein Team hast, das dich auffängt, ist alles halb so schlimm.” Gerade in dieser Saison spüre sie besonders, wie wichtig Zusammenhalt sei. Talent allein reicht nicht – Vertrauen, Loyalität und das Gefühl, füreinander da zu sein, machen den Unterschied.
Vor allem Spielerinnen möchte sie zeigen, dass man mit Disziplin, Freude und Teamgeist viel erreichen kann. “Ich will ein Vorbild sein – ohne den moralischen Zeigefinger. Einfach, indem ich zeige, dass man dranbleiben und trotzdem Spaß haben kann.”
Zukunftspläne? Natürlich hat sie Ziele. Sie will sich weiterentwickeln, verbessern, neue Schritte wagen – sportlich wie beruflich. Aber ohne Druck. Und ohne dabei das Wichtigste zu verlieren: die Freude. “Solange das Feuer brennt, will ich weitermachen. Alles andere wird sich zeigen.” Ein Satz, der gut beschreibt, wer Marina Jakob ist: ehrgeizig, bodenständig – und mit ganzem Herzen dabei. Für ihren Verein, für ihr Team, für den Handball-Spitzensport. VN-TK