Lorünser “Umzügle” verzeichnete Rekord

20 Faschingsgruppen mit 390 Mitwirkenden brachten zahlreiche Augen zum Leuchten.
Lorüns In diesem Jahr feiert die Funkenzunft Lorüns ihr 80-jähriges Jubiläum. Das war für den rührigen Verein mit seinen mehr als 25 Mitgliedern jedoch nicht ausschlaggebend dafür, einen großen Jöri-Umzug auf die Beine zu stellen. Als große Ehre empfand es Zunftmeister Franz Marte, dass die Guggamusig Partener Latschasorri sich genauso die Zeit genommen hatte, den farbenfrohen Lorünser Faschingsumzug musikalisch mitzugestalten wie die Bauernkapelle der Stadtmusik Bludenz. Einen Heimvorteil hatten beim Faschingsumzug mit 20 teilnehmenden Gruppen und 390 Mitwirkenden etwa die 20 Kinder der Volksschule Lorüns, die eine Gruppe gestellt hatten.

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Die weiteste Anfahrt ins Montafon hatten die Gruppen “Partypeople” aus Lauterach und “Hotzenplotz” aus Bregenz auf sich genommen. An den Umzug durch das 300-Seelen-Dorf schloss die Schlüsselübergabe am “Rappakopf” an. Bürgermeister Andreas Batlogg meinte: “Nahezu das ganze Dorf, man kann fast sagen, das ganze Land ist in Lorüns unterwegs und hat große Freude.” Im Gespräch mit dem Gemeindeoberhaupt betonte Franz Marte: “Wir haben den größten Umzug in der Geschichte der Gemeinde Lorüns veranstaltet.” Der Bürgermeister gestand: “Ich habe euch das zuerst gar nicht geglaubt.” Aber man hätte “fast die Straße sperren können für so einen großen Umzug.”

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Schlüssen in Narrenhand
Wenig später erbat der Zunftmeister vom Bürgermeister den Gemeindeschlüssel. Das Gemeindeoberhaupt entsprach dem Wunsch des Zunftmeisters, der ihn wissen ließ: “Wenn du Glück hast, bekommst du den Schlüssel am Faschingsdienstag zurück.” Andreas Batlogg wünschte anschließend allen viel Vergnügen – getreu dem Motto: “Lachen, lustig, fröhlich sein, das wollen wir Jöri, Groß und Klein.” Viele fleißige Hände leisteten ihren Beitrag zum Gelingen der Veranstaltung. Zwei Frauen beispielsweise studierten für die Kinder ein Kasperltheater ein und boten im Kreativraum zwei Aufführungen.

Markus Bergthaler, “Fish Mac”, seit über 20 Jahren Mitglied der Funkenzunft Vandans, genoss das Event gemeinsam mit Gattin Jasmin und den Töchtern Larissa und Sophia. Larissa sitzt im Rollstuhl. Sophia muss sich verletzungsbedingt schonen und wurde in einem Bollerwagen mitgezogen. Am Umzug in ihrer Nachbargemeinde Lorüns nahmen die Vandanser zum zweiten Mal teil. “Der Umzug bei Traumwetter hat mir ganz gut gefallen. Er war klein, fein, oho und ganz gut organisiert.” Fortan wollen die Vandanser alle zwei bis drei Jahre am Umzug in Lorüns teilnehmen. Die Funkenzunft Lorüns zählte auch in diesem Jahr zu den vielen treuen Teilnehmergruppen beim großen, von DJ Faxe mit einem Warm-up-Klubbing eingeläuteten Fasnatvergnügen in Vandans, das zweijährlich stattfindet.

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Immer eine Reise wert
Carmen von der Pfauengruppe meinte: “Wir sind zwei Familien, gehen seit 30 Jahren zusammen im Fasching und sind jedes Jahr eine andere Gruppe. Beim Umzug in Lorüns sind wir Stammgäste. Lorüns ist echt immer eine Reise wert. Es ist so klein und man kommt miteinander ins Gespräch. Das ist einfach das Schöne und noch so wie früher. Es geht um den Spaß.”

Barbara, Mitglied der im Jahr 2010 gegründeten Gruppe “Die Unverzünftigen”, sagte: “Die dörfliche Atmosphäre finde ich super, die hat mir immer schon gefallen. Wir haben alle zwei Jahre ein neues Kostüm. Unsere Kostüme sind sehr aufwendig zu machen. Jahrelang, wenn ich früher mit meinen Kindern zu Umzügen gegangen bin, habe ich mir gedacht, es wäre so schön, einmal in der Faschingsgruppe mitzugehen. Dann habe ich die Gelegenheit bekommen – seither lässt mich der Fasching nicht mehr los.” SCO














