Ein Ort, der Talente sichtbar macht

Das Caritas-Angebot “gschickt & gschwind” ist in neue Räumlichkeiten in der Bludenzer Klarenbrunnstraße übersiedelt.
BLUDENZ Es ist hell, freundlich und modern: In der Klarenbrunnstraße 85 hat das Caritas-Angebot „gschickt & gschwind“ seit Jahresbeginn eine neue Wirkstätte gefunden. Wo früher anders gearbeitet wurde, werden heute Metallstangen gebogen, Materialien gefaltet und Bauteile vorbereitet – sorgfältig, termingerecht und mit sichtbarem Stolz.
Kurz nach dem Mittagessen versammeln sich die Mitarbeitenden zur Arbeitsbesprechung. Die Auftragslage ist gut, manche Arbeiten sind besonders dringend. „Wir verstehen uns als verlängerte Werkbank von Unternehmen, die bestimmte Arbeitsschritte an uns auslagern“, erklärt Stellenleiter Sabino Juriatti. Zu den Partnern zählen neben regionalen Betrieben auch große Industriefirmen wie Liebherr. Die Zusammenarbeit verlaufe routiniert und reibungslos.

Für die Unternehmen sei „gschickt & gschwind“ ein verlässlicher Partner, für die Klientinnen und Klienten eine wichtige Brücke in Richtung erster Arbeitsmarkt. „Menschen mit Beeinträchtigung erledigen die Aufträge möglichst eigenständig. Gleichzeitig begleiten und unterstützen wir sie so, dass sie Schritt für Schritt fit für einen späteren Job werden“, so Juriatti. Termindruck werde offen angesprochen – auch das gehöre zur Realität des Berufslebens.
Ein kleiner Teil des Ganzen
Einer, der hier mitarbeitet, ist Manny Schäfer. An diesem Nachmittag biegt er gemeinsam mit seinem Kollegen Lorenz Metallstangen für die Firma Liebherr. „Die Teile werden später in Kränen und Baumaschinen eingebaut“, erzählt er. Wenn er im öffentlichen Raum einen Kran sehe, mache ihn das stolz: „Auch wenn es nur ein kleiner Teil ist – ich habe mitgearbeitet.“ Besonders motivierend sei es, wenn Klientinnen und Klienten bei der Auslieferung ihrer Arbeiten dabei sind und sehen, wie ihr Beitrag in den Produktionsablauf eingebunden wird.

Nur eines möge er noch lieber als seine Arbeit, sagt Manny mit einem Augenzwinkern: „Das Wochenende.“ Dann konzentriert er sich wieder auf seine Aufgabe – Disziplin und Ausdauer gehören hier genauso dazu wie Teamgeist.
Derzeit sind 14 Klientinnen und Klienten in den neuen Räumlichkeiten im WohnCult-Betriebsgebäude beschäftigt. Aufgrund von Umstrukturierungen im Fachbereich Assistenz und Teilhabe der Caritas wird die Zahl im März auf 20 erhöht. Auch eine Übersiedlung der Holzwerkstatt der Werkstätte Bludenz in die Klarenbrunnstraße ist angedacht.
„Wir haben viele Ideen für diese neuen Möglichkeiten. Es soll ein Ort der Begegnung und des gemeinsamen Arbeitens entstehen“, betonen die Fachbereichsleiterinnen Judith Bertel und Cornelia Neuhauser. Diskutiert werden unter anderem Konzepte im Bereich Co-Working. Und weil so vieles im Wandel ist, soll langfristig auch ein neuer Name das Angebot ersetzen. Die Richtung ist jedenfalls klar: Talente sollen sichtbar werden – und Perspektiven wachsen.
Infos gibt es bei Stellenleiter Sabino Juriatte unter 0676 88420 2140 und unter sabino.juriatti@caritas.at.