Ein einfaches und glückliches Leben. Warum das in Uganda möglich ist.

Beate und Werner Ströhle arbeiten für drei Monate in Uganda und lernen ihre Patenkinder kennen.
Feldkirch Seit Jahren unterstützt das Ehepaar seine Patenkinder Moses und Isaac mit Spendengeldern über das Kinderhilfswerk ACFC (A Chance for Children, Kindern eine Chance). Diese Organisation finanziert das Schulgeld und fördert gezielt die Bildung der Kinder. Mit der Zeit wuchs beim Ehepaar der Wunsch, die beiden persönlich kennenzulernen.

Im November 2024 besuchten sie einen Vortrag über das Kinderhilfswerk ACFC in Innsbruck, im September 2025 machten sie sich schließlich selbst auf den Weg: Für drei Monate arbeiteten sie als Volunteers in Nateete, Uganda.
Als gelernte Krankenschwester konnte Beate Ströhle vor allem im Bereich Hygiene und bei Fragen zur richtigen Medikamenteneinnahme unterstützen. Darüber hinaus wurde ihre Erfahrung in der Leseförderung sehr geschätzt – sie half Lehrkräften in Schule und Kindergarten. Dabei wurde sie auch mit großer Armut konfrontiert: „Die Menschen leben in Lehmhütten und schlafen zum Teil auf Matten auf dem Boden. Matratzen sind Mangelware“, berichtet sie.

Werner Ströhle, Elektroingenieur, wurde überall dort eingesetzt, wo technische Hilfe benötigt wurde – von ausgeleierten Steckdosen bis zu ungesicherten Leitungen. Ein Grundsatz gilt vor Ort: Alles wird selbst und nachhaltig gestaltet. Solaranlagen entstehen mit einfachsten, lokal verfügbaren Materialien. Strom gibt es, wenn die Sonne scheint. Wasser fließt, wenn es geregnet hat. Trinkwasser ist verfügbar, wenn die Solarpumpe genügend Sonnenenergie erhält. Besonders groß war die Freude, als Werner eine Warmwasserbereitung fertigstellen konnte. Sein Wissen gab er an wissbegierige Schüler und zwei Lehrlinge weiter, damit sie die Arbeiten künftig selbstständig fortführen können.
Mit einem 40 Jahre alten Toyota ging es quer durchs Land. Nach 30 Kilometern Fahrt wurde die Fahrt staubig und Schlaglöcher erschwerten den Weg. Dennoch erreichten Beate und Werner Ströhle ihre Patenkinder Moses und Isaac. Dank ihrer finanziellen Unterstützung konnten die beiden die Schule besuchen und so Zugang zu Bildung erhalten. Das Bewusstsein, eine solch große Chance bekommen zu haben, zeigte sich in überschwänglicher Dankbarkeit. “An diese Dankbarkeit muss man sich erst gewöhnen”, so Beate. Zum Abschied bekam sie eine selbst gebastelte Matte und Isaac machte Werner stolz, weil er den Entschluss fasste, selbst Elektriker zu werden.
Über einen WhatsApp-Chat informierte das Ehepaar Freunde und Bekannte regelmäßig und zeitnah über seine Erlebnisse. Ein Foto, das ein strahlendes Kind mit einer neuen Matratze zeigte, löste schließlich eine wahre Spendenwelle aus. „Danke für all diese Spenden und die vielen neuen Patenschaften“, halten Beate und Werner Ströhle dankbar fest.

Ein wichtiger Bestandteil des Konzepts: Alle Kinder leisten einen Beitrag als Gegenleistung für das Schulgeld. Schon die Kleinsten reinigen die Schule selbst. Ab der achten Klasse arbeiten die Jugendlichen auf dem Feld und sind mitverantwortlich dafür, dass genug Lebensmittel vorhanden sind. Jedes Kind bewirtschaftet eine Fläche von zehn mal zehn Metern. Nach Abschluss ihrer Ausbildung arbeiten die Jugendlichen noch ein halbes Jahr zum Lehrlingslohn für die Organisation weiter und geben so etwas zurück. Währenddessen begleiten Sozialarbeiter die Kinder kontinuierlich.
„Diese Erinnerung an zufriedene Menschen und deren einfache Lebensweise haben wir in unsere vom Überfluss geprägte Lebensweise in Europa mitgenommen“, resümiert Beate Ströhle. Und Werner ergänzt: „Der Aufenthalt in Uganda hat unsere Sicht auf vieles – und damit unser Leben – verändert.“ GIS