Hotspot für Weinliebhaber

Bei der Vinothek Bengodi steht eine Erweiterung an.
Feldkirch Seit nunmehr 17 Jahren ist das “Bengodi” ein Fixpunkt in der Feldkircher Altstadt. Besitzer Dieter Schönenberger-Wohlgenannt hat es geschafft, auf engstem Raum ein Mekka für Weinliebhaber zu etablieren. Dabei verlief sein beruflicher Weg zunächst ganz anders.

Auf Umwegen zum eigenen Weinhandel
Ursprünglich absolvierte Schönenberger-Wohlgenannt eine Lehre als Galvaniseur und Metallschleifer bei “Collini”. Nach der Meisterprüfung stellte er fest, dass ihm wirtschaftliches Wissen fehlte. Deshalb entschied er sich, über die Studienberechtigungsprüfung ein BWL-Studium in Innsbruck zu beginnen. Nach dem Abschluss folgten Stationen bei mehreren namhaften Unternehmen im Land, zuletzt bei der “Sparkasse Dornbirn”.

In seiner Freizeit beschäftigte er sich intensiv mit Wein und fuhr dafür nach Italien, wo er zahlreiche Weingüter besuchte. So knüpfte er erste Kontakte, ohne zu ahnen, dass aus dem Hobby später ein Beruf werden würde. Durch seine Mitarbeit bei verschiedenen Events wie dem Steinbach-Klubbing oder der Outdoor-Trophy in Lingenau kam er immer mehr zur Überzeugung, dass dies noch nicht sein Traumberuf war. 2009 fasste er den Entschluss, einen eigenen Weinhandel mit Weinbar zu eröffnen.
Die Idee kam gut an, immer mehr Weinliebhaber kommen ins “Bengodi”, was so viel heißt wie “Schlaraffenland”. In dem kleinen, verwinkelten Haus gibt es seit geraumer Zeit auch einen sogenannten “salon privé”. Dort können Gäste gemeinsam genießen und ihre eigene Musik hören. Das Angebot umfasst rund 40 offene Weine, ergänzt durch kleine Spezialitäten, meist aus Italien, sowie diverse Spirituosen.

Vielfältige Angebote
Neben Hauszustellungen, Weinverkostungen im Lokal oder bei Kunden zu Hause ist Schönenberger-Wohlgenannt auch immer wieder Ideengeber für Veranstaltungen. Auf seine Initiative gehen unter anderem der “Rundklang” sowie das “Peravinum” zurück, das eine Weinreise durch Feldkirch bietet. Immer wieder entstehen neue Formate: So traf sich zuletzt eine ausgewählte Gruppe in einem Tonstudio in Hohenems, um “Wein und Vinyl” zu genießen.
Den arbeitsintensiven Betrieb bewältigt er mit der Hilfe von drei geringfügig Beschäftigten: Stefanie Lang, Susanne Dalpra und Lukas Matt. Die Mitarbeiter teilen seine Leidenschaft für Wein und Genuss.

Für dieses Engagement erhielt das Unternehmen auch Auszeichnungen. Das “Falstaff”-Magazin vergab drei von vier möglichen Weingläsern – ein Spitzenwert in Vorarlberg. Auch das “A la Carte”-Magazin hebt die hohe Qualität der angebotenen Delikatessen hervor.

Ausbau ante portas
Nun scheint es langsam ernst zu werden mit dem Plan der Vergrößerung. Das Nachbarhaus steht leer, ein Durchbruch würde den Gastraum deutlich vergrößern. Zudem wäre eine Erweiterung des Gastgartens möglich. “Wir können erst beginnen, wenn wir Rückmeldungen von der Stadt und dem Bundesdenkmalamt haben, was erlaubt ist”, sagt Schönenberger-Wohlgenannt.
Gemeinsam mit Architekt Andreas Xander will er dann das bestmögliche Konzept umsetzen. Geplant ist unter anderem ein DJ-Pult, an dem Schallplatten aus seiner mehr als 1.000 Stück umfassenden Vinyl-Sammlung gespielt werden können. “Bei uns ist jeder willkommen, auch jene, die sich erst an den Weingenuss herantasten”, betont Schönenberger-Wohlgenannt. BP



