Burgenländer und Klauser Wein

Feine Rebensäfte und Vereinsabend bei der 34. Klauskirchner Weinmesse im Winzersaal.
Klaus “Jeder Schluck erzählt eine Geschichte!” So bringt Michael Bayer, der seit drei Jahren zusammen mit seinem Bruder Josef den über 300 Jahre alten “Erbhof Bayer” in Donnerskirchen als siebente Generation führt, das Ergebnis ihrer Arbeit auf den Punkt. Bayer ist eines der ersten als nachhaltig zertifizierten Weingüter Österreichs und bewirtschaftet die zwanzig Hektar nach der vergleichbaren Philosophie der Kollegen Michael Liegenfeld und Leo Sommer Junior ihre Rebflächen.

Bei der jüngsten Klauskirchner Publikumsweinmesse stellten sie zusammen mit Winzerkollege Charly Förstl eine Auswahl ihrer Rebensäfte vor. Die drei erstgenannten Winzer haben zwischen 2007 und 2009 einen seit den 50er-Jahren des vorigen Jahrhunderts in Vergessenheit geratenen, entsprechend verwilderten Weingarten behutsam rekultiviert. Jeder hat eine Fläche auf der Lage “Himmelreich” bekommen und erzeugt darauf mit der je eigenen Handschrift einen Grünen Veltliner.
Der Name kommt von der wunderbaren Aussicht vom steilen Südosthang auf dem Leithaberg über den Neusiedlersee bis nach Ungarn und Bratislava. Durch hohe Tagestemperaturen im Sommer, kühle Nächte und eine frühe Beschattung durch den angrenzenden Wald herrscht ein spezielles Mikroklima in der ältesten Donnerskirchner Weinlage. So gedeihen auf dem kargen Glimmerschiefer mit sandigem Lehm spannende, ausdrucksstarke Weine.

Der Wald bringt nicht nur Beschattung, sondern auch ein Problem mit den Wildtieren. Elektrozäune, aber auch andere Mittel wie stark stinkende Socken, haben Hirsche, Rehe oder Wildschweine oft nicht davon abhalten können, sich an den Trauben und Trieben der Rebstöcke gütlich zu tun. Weil auch die Jäger den dadurch bedingten 30-prozentigen Ertragsverlust nicht verhindern können, wird das Aufstellen eines massiven Zauns überlegt.

“Ich mache jedes Jahr, was der Jahrgang so hergibt”, erklärte Charly Förstl im Gespräch mit der VN-Heimat. Er ist mittlerweile einige Jahre in Pension und beantwortet die Frage nach der Entwicklung seines Weinguts als “auslaufend”. Er nutzt die wirtschaftliche Freiheit zum lustvollen Experimentieren und ist stolz auf die ohne Zusätze mit Eigenhefe produzierten Weißweine. Den Grünen Veltliner hat er am 11.11. gelesen, der Rebensaft aus entsprechend kleinen Weinbeeren “ist jetzt langsam am Fertigwerden”. Seinen Rosé hat er aus vier Rotweinsorten gepresst, er setzt auf Innovation und Phantasie, hat “noch allerhand vor”.

Etwa eine Stunde nach Beginn der zweitägigen Veranstaltung begrüßte Bgm. Simon Morscher die vier Winzer und die Besucher:innen. Nicht zuletzt die Angehörigen der Vereine, die als Dank für ihren Beitrag zur Pflege des Gemeindelebens zum “Vereinsabend” eingeladen waren. Er ging auch kurz auf den Wein ein, den eine Gemeinschaft von Weinfreunden auf der Rebfläche “Pfarrer’s Bühel” kultiviert. Die Trauben werden von der Familie Bayer gekeltert und abgefüllt, der Wein konnte bei der Weinmesse auch an ihrem Stand verkostet werden. Erhältlich ist der Rebensaft nach Ostern im Gemeindeamt. Näher auf das Projekt eingegangen ist als Vertreter der Betreiber Jürgen Bischoff. AME









