Walgauer “Kulturfunken” springt über

Auf Einladung der “Kultur Im Walgau” versammelten sich vierzehn Gemeinden am “Kulturfeuer”.
walgau Im Tschann-Keller in Nüziders präsentierten Kulturschaffende sowie Kulturveranstalterinnen und Kulturveranstalter aus dem ganzen Walgau jüngst ihr diesjähriges Sommer- und Herbstprogramm. Dabei bedienten sie sich knackiger Beiträge. Fünf Minuten würden wie im Flug vergehen – “aber wenn’s brennt, reicht ein Funke”, meinte etwa Rudi Malin, Kulturbeauftragter der Gemeinde Göfis. Bei Wein, Buffet und Feuer zeigten sie danach, “wie gut Vernetzen schmecken kann”, meinte Sabine Grohs und lachte. Die gebürtige Bludenzerin studierte Kommunikationswissenschaften und Musik. Sie leitet die “Kultur Im Walgau” – einen Fachbereich der “Regio Im Walgau”.

Wer den Keller betrat, habe nach ihren Worten schnell gemerkt, dass hier nicht nur über Kultur geredet, sondern sie sogar entzündet wird. Bereits zum zweiten Mal hatte die Schriftstellerin zum “Kulturfeuer” geladen, um Kulturschaffenden Gelegenheit zum gegenseitigen Vernetzen mit der Presse sowie Kolleginnen und Kollegen zu geben. Zuerst boten die Kulturschaffenden aus vierzehn Walgau-Gemeinden unter Anwendung einer Präsentations- und Vortragsmethode mit genauen Vorgaben zu Dauer und Umfang des Vortrags einen pointierten Vorgeschmack auf das Sommer- und Herbstprogramm. Danach wurde genetzwerkt, gefragt, gelacht und weitergedacht.

Wandernder Pressetreff
Konzipiert ist das Kulturfeuer als wandernder Pressetreff. Nach dem letztjährigen Auftakt, der – von Hertha Glück initiiert – im “gmeiner huus” in Ludesch stattfand, war diesmal Nüziders an der Reihe. Als “Hausherr” begrüßte Bürgermeister Florian Themeßl-Huber seinen Göfner Amtskollegen Thomas Lampert, Gäste und Vortragende.

Das Themenspektrum reichte von der Bühne bis zur Bibliothek, vom Figurentheater über den Geschichtsverein bis zur Museumswelt, von Film-Retrospektiven bis zu regionalen Kulturinitiativen und der Handwerkerzunft. “Mir ist wichtig, dass Menschen sprechen, die die Kultur vor Ort tatsächlich mitgestalten”, betonte Sabine Grohs. Dass das Format funktioniert, habe sich rasch gezeigt: Kaum angekommen, sei zu hören gewesen: “Super, dass ich dich treffe – ich hätte da eine Idee.” Oder: “Gut, dass du da bist – wir müssen noch etwas besprechen.” Aus neugierigen Begrüßungen seien konkrete Kooperationen entstanden.

Der Ablauf sei bewusst einfach geblieben: “Im Kellerraum folgte Gemeinde auf Gemeinde. Als Klammer diente die ‚Walgau Kultur Map‘, die Kunst- und Kulturschaffende der Region auf der Website von Kultur Im Walgau sichtbar macht. Danach ging es ins Freie zum Gespräch am Feuer, begleitet von Walgauer Köstlichkeiten von Bettina Burtscher und Andreas Tschann”, erzählte Sabine Grohs. Was in den vierzehn Walgau-Gemeinden laufe, sei auf der Website von Kultur Im Walgau zu erfahren.

“Heißes Kulturjahr”
Am Abend des Walgauer Kulturfeuers leitete Hertha Glück eine Zeremonie: Die Teilnehmenden legten Holzstücke ins Feuer und nannten ein Wort, das “Kultur im Walgau” für sie bedeutet – etwa “Mut”, “Miteinander” und “bunt”. Augenzwinkernd erklärte Hertha Glück: “Heuer dürfte im Walgau wieder ein heißes Kulturjahr werden”.

Am Präsentationsabend stellte Saskia Vallazza, Il Segredo di Pulcinella/Thüringen, freudestrahlend fest: “Dieses Miteinander der Kulturschaffenden hier ist unglaublich. Ich bin glücklich, Teil davon zu sein.” Charly Worsch, Organisator der Internationalen Bludescher Orgelkonzerte, hob hervor, diese breite Kulturpalette in einer vergleichsweise kleinen Region würde selbst in vielen Großstädten nicht geboten werden. SCO

