„Habe mich immer mit Sachertorte eingeschlichen“

Lisbeth Bischoff präsentierte in der Bücherei Rohrbach ihr neues Buch über King Charles.
Dornbirn „Lesen dürfen Sie – ich erzähle Geschichten“, gab Lisbeth Bischoff gleich zu Beginn den Ton vor und hatte damit nicht zu viel versprochen. Mit ihrem neuen Buch über den britischen König im Gepäck war die Autorin und Adelsexpertin zu Gast in der Bücherei Rohrbach – ausgerechnet am Hochzeitstag von Charles und Camilla, der gleichzeitig auch der Todestag von Prinz Philip ist. Die royalen Vorzeichen standen also gut.

Blick hinter die Kulissen
Lisbeth Bischoff plauderte aber nicht nur aus dem Nähkästchen der englischen Royals, sondern gab auch Einblicke in ihre journalistische Arbeit. „Ich habe mich immer mit einer Sachertorte eingeschlichen. Die Namensverwandtschaft zur Queen war dann ein weiterer Icebreaker“, verriet die langjährige ORF-Moderatorin, die bei zahlreichen royalen Ereignissen live vor Ort war. So durfte sie auch Charles und Camilla bei ihrem Besuch in Wien im Jahr 2017 exklusiv mit der Kamera begleiten. „Die beiden sind übrigens ganz anders, als ich sie mir vorgestellt hatte – und Camilla überhaupt kein Rottweiler, wie sie von Diana bezeichnet wurde.“
Bischoff wusste auch von einigen Eigenheiten des britischen Staatsoberhauptes zu berichten. Bereits Dianas ehemaliger Butler Paul Burrell, den die Autorin im Zuge ihrer Recherchen traf, soll gesagt haben: „Charles ist ein Spinner!“ Zu seinen Marotten soll es nicht nur gehören, sich die Schnürsenkel bügeln zu lassen, sondern sich auch jeden Morgen sieben unterschiedlich lang gekochte Eier servieren zu lassen, um schließlich das Beste auszuwählen.

Zwischen Pflicht und Privatem
Neben diesen Anekdoten zeichnete Lisbeth Bischoff auch die Lebensstationen des Monarchen nach: eine emotional kühle Kindheit, die harte Internatszeit in Gordonstoun, die Suche nach einer passenden Ehefrau, die lange Wartezeit auf den Thron – bis hin zur Krönung im Alter von 74 Jahren im Mai 2023. „Charles hat in seiner Kindheit wenig Liebe erfahren und ist ohne wirklichen Halt aufgewachsen. Er soll einmal gesagt haben, er könne sich an keine Zuneigung seiner Mutter erinnern“, so Bischoff.

Natürlich kamen auch Charles’ amouröse Eskapaden, seine unglückliche Ehe mit Diana und das späte Glück mit Camilla zur Sprache. „Hätten Charles und Camilla gleich heiraten dürfen, wäre allen viel Leid erspart geblieben“, ist die Autorin überzeugt. Auch das Zerwürfnis mit Harry und Meghan sowie die Skandale rund um Bruder Andrew wurden thematisiert. Ob die Monarchie all das übersteht? „Ich sage ja. Charles ist schwer erkrankt, bitter enttäuscht vom Bruder – da greift die Mitleidsschiene. Zum anderen lässt sich eine Monarchie nicht so einfach abschaffen“, schätzt Bischoff die Lage ein.

Stoff für Gespräche
Die Autorin präsentierte nicht nur eine bunte Palette an Fakten, sondern bediente sich auch der Gerüchteküche. So soll Andrew gar nicht der Sohn von Prinz Philip sein, und auch über die Kinder von Harry und Meghan kursieren abenteuerliche Behauptungen – etwa, dass sie gar nicht existieren, sondern lediglich Leihkinder seien. Mit einer „Wahnsinnstheorie“ von Nostradamus schloss Lisbeth Bischoff den Abend: „Seinen Prophezeiungen nach soll Charles einen unerwarteten Nachfolger haben – da kann man nur mutmaßen. Sollten Charles und William etwa verunglücken und George noch nicht 18 Jahre alt sein, würde Harry König werden – danach wäre schon Andrew dran. Aber das wollen wir nun wirklich nicht hoffen!“
Spekulieren und fachsimpeln konnten die Büchereigäste auch im Anschluss noch mit der Adelsexpertin. Dazu kredenzte das Büchereiteam Gurken-Sandwiches – „very british“ ebe












