Wertschätzung für unverzichtbare Arbeit

Im Begegnungscafé Nenzing stehen Austausch, Information und Dank im Mittelpunkt.
Nenzing Einmal im Monat laden die Marktgemeinde Nenzing und Caritas & Du Personenbetreuer ins Café “mittadinna” am Ramschwagplatz zu einem offenen Treff ein. Auch diesmal nutzten viele der in Nenzing tätigen Betreuer die Gelegenheit, um miteinander ins Gespräch zu kommen, Informationen mitzunehmen, Fragen zu klären und für zwei Stunden etwas Abstand vom fordernden Alltag zu gewinnen. Das Begegnungscafé ist bewusst unkompliziert angelegt: ohne Anmeldung, ohne Verpflichtung, aber mit spürbarer Aufmerksamkeit für jene Menschen, die in vielen Familien eine tragende Rolle übernehmen. Dass der Treff so gut angenommen wird, liegt auch an seiner freundlichen Atmosphäre. Der Tisch ist liebevoll gedeckt, Blumendeko sorgt für ein herzliches Willkommen, dazu kommen selbst gebackene Kuchen, frische Früchte, Buttermilchcreme, Knabbereien und Getränke. Vor allem aber ist es die offene, herzliche Stimmung, die den Nachmittag prägt. Dafür sorgt das sympathische Team mit Christine Jutz, Priska Hartmann (ehemalige Sonnen-Wirtin) und Olivia Mair (Soziales, Gemeinde Nenzing), die als Gastgeberinnen einen Rahmen schufen, in dem Begegnung leicht wurde.

Informationen aus erster Hand
Neben dem persönlichen Miteinander hat das Treffen auch einen ganz praktischen Nutzen. Daniela Novak von der Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen stand für Fragen zu Versicherung, Pension und verwandten Themen zur Verfügung. Nicole Albrecht-Kirchler von der Fachgruppe Personenberatung und Personenbetreuung informierte über Musterverträge, einen neuen WhatsApp-Infokanal und weitere Unterstützungsangebote. So wird das Begegnungscafé auch zu einem Ort, an dem Wissen niederschwellig weitergegeben werden kann. In Nenzing sind 55 Personenbetreuer:innen tätig. Viele von ihnen kommen aus südosteuropäischen Ländern wie Rumänien oder Bulgarien und leisten einen wichtigen Beitrag dazu, dass betreuungsbedürftige Menschen in ihrer vertrauten Umgebung leben können. Damit entlasten sie nicht nur die Betroffenen, sondern auch deren Angehörige. “Ihr Einsatz ist für viele Haushalte selbstverständlich geworden, verdient aber gerade deshalb Sichtbarkeit und Wertschätzung”, sagt Nicole Albrecht-Kirchler.

Eine Biografie stellvertretend für viele
Unter den Gästen ist auch Remetan Sanda aus Rumänien, Mutter von drei Kindern und Großmutter von drei Enkeln. In ihrer Heimat arbeitete sie 27 Jahre lang als Laborantin, danach lebte sie drei Jahre in New York. Nach ihrer Rückkehr pflegte sie daheim zunächst die eigene Mutter, bevor sie vor 15 Jahren nach Österreich kam. Zuerst lebte sie vier Jahre in Tirol, danach in Vorarlberg. “Ich habe immer gute Familien als Arbeitgeber gehabt”, sagt sie. Viele dieser Beziehungen seien über lange Zeit gewachsen. Sechseinhalb Jahre war sie in Frastanz tätig, inzwischen arbeitet sie in Röns. Deutsch lernte sie bereits in der Schule und hat ihre Deutschkenntnisse seither noch intensiver verfeinert. Solche Lebenswege machen sichtbar, wie viel Erfahrung, Verlässlichkeit und persönliche Kraft in dieser Tätigkeit steckt. Der nächste Termin steht bereits fest: Am 18. Mai sind die Personenbetreuer in Nenzing erneut eingeladen. AFP


