Österreich seit 70 Jahren im Europarat
v.l.: Elisabeth Tschann (Villa Falkenhorst), Generalkonsul Andreas Lins und Elisabeth Schwald (VHS Bludenz).Otto Schwald
thüringen Der letzte Salonvortrag der vom Verein Villa Falkenhorst und der VHS Bludenz organisierten Veranstaltungsreihe brachte vor der Sommerpause noch ein Stück Europa nach Thüringen. Aus Anlass der 70-jährigen Wiederkehr des Beitritts Österreichs zum Europarat erinnerte der Vorarlberger Andreas Lins, österreichischer Generalkonsul in Straßburg und zugleich stv. Leiter der Ständigen Vertretung Österreichs im Europarat, an die historischen Ereignisse, die Mitte der 1950er-Jahre dazu geführt haben. Referent Andreas Lins erklärte bei seinen Ausführungen die Arbeit des Europarats, dem derzeit nach dem Ausschluss Russlands 46 Mitglieder angehören und der unabhängig von der Europäischen Union tätig ist, allerdings in enger Absprache mit ihr agiert. Der Fokus wird dabei auf drei wesentliche Bereiche gelegt: Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Ein wesentliches Ziel sei es, die Bürger der europäischen Staaten mündig zu machen, ihnen beispielsweise die tägliche, meist unbewusste Beeinflussung durch Medien vor Augen zu führen. Erst kürzlich wies der Generalsekretär des Europarats, der Schweizer Alain Berset, auf diese Probleme hin, indem er langfristig auch eine Gefahr für die Demokratie sieht.
An drei eindrücklichen Beispielen legte Lins dar, wie der Europarat ganz unmittelbar mit uns zu tun hat. Zum einen ist es seine Aufgabe, in einem Referenzlabor Medikamente in Europa zu überwachen, damit niemand durch sie zu Schaden kommt. Auch der Fußball profitiert von der Arbeit des Europarats, wenn beim Vorgehen gegen radikale Hooligans über Grenzen hinweg zusammengearbeitet wird, und nicht zuletzt legt er etwa auch den Schutzstatus von Tieren fest, etwa beim Wolf, der inzwischen nur noch „geschützt“, aber nicht mehr „stark geschützt“ sei, was bedeutet, dass er gejagt werden darf.
Neben dem Zielpublikum der vormittäglichen Salonvorträge besuchten dieses Mal im Rahmen des gemeinsamen culture.connected-Projekts zwischen der Villa Falkenhorst und der Musikmittelschule Thüringen auch Schülerinnen und Schüler dieser Schule die Veranstaltung. Dass Jugendliche durchaus Interesse haben an der Arbeit solcher oder ähnlicher Organisationen, zeigte ihre rege Teilnahme bei der an den Vortrag anschließenden Diskussion. OS