Zweites “Food Campus” in Götzis: Bildungsfestival für nachhaltigen Genuss und regionale Produkte

Stärkung regionaler Lebensmittel beim zweiten “Food Campus” im Jugendhaus St. Arbogast
Götzis Als “hoch politisch” bezeichnete Daniel Mutschlechner bei der Eröffnung des zweiten “Food Campus” die Entscheidungen, die wir beim Einkaufen von Lebensmitteln oder der Konsumation in der Gastronomie treffen. Von ihnen hängt es ab, ob sich kleine, regionale Produzenten von wertigen Nahrungsmitteln behaupten und zu Gesundheit sowie Lebensqualität von Konsumenten beitragen können. Der Geschäftsführer des Jugend- und Bildungshauses in der Götzner Parzelle St. Arbogast und dessen Bildungsmanagement-Leiterin Stefanie Sturn ließen in Gesprächen unter anderem “Gascht”-Dir. Nicole Okhowat-Lehner, “Gascht”-Schülerin Nicole Kovalova und den mit der “Gascht”-Absolventen Florian Geiger zu Wort kommen. Nicole nimmt am Unterricht der Privatschule teil und strebt durch digitale Kurse zugleich den Abschluss in ihrer Heimat Ukraine an.

Florian ist in dem auf die Ausbildung draufgesetzten Maturajahr und entwickelt als Mitglied des Absolventenclubs wie andere auch zusammen mit der Privatschule neue Produkte. Etwa Schokolade mit Karamell und Meersalz, Rosa Pfeffer und die “Riebelprinz”-Schoggi. Viel Reizvolles stellten SchülerInnen in einem eigenen Raum vor. Apfel-Orangen-Chips gehörten ebenso dazu wie Brennnessel-Chips, Popcorn mit verschiedenen Kräutern, Majoransalz, Pfefferminzzucker, Ananas-Thymian-Slushie, Rosmarin-Sirup, den hausgemachten Pfirsich-Thymian-Eistee oder verschiedene Kräuteressenzen.

Sehr Interessantes erfuhren die zahlreichen, teils prominenten Gäste auch bei den Gesprächen mit GF Alexandra Iselor und Obmann Dietmar Baldauf von der Genossenschaft “Bio-Bauern-Sulzberg”, der Küchenchefin und Patissière Raphaela Burger (“Hirschen Schwarzenberg”), dem Pilzproduzenten Jürgen Bartel oder Felix Bartel und Herbert Edlinger von der Kleinwalsertaler Vereinigung “Önscha Walser Chuche”. Die Kleinwalsertaler haben derzeit fast sechzig Produkte im Angebot, darunter Samen vom jungen Bärenklau für eine asiatische Gewürznote, in Salzlake gewässerte unreife Mirabellen als Oliven-Alternative oder Pralinen mit aufwendig präparierten Schlehen- und Holunderbeeren. Der dabei entstehende Sud wird eingedickt und eignet sich z. B. als Begleitung zu Wildfleisch. “Es gibt keinerlei Neid”, beschrieben sie das Klima in der sechsköpfigen Gruppe.

Der gelernte Audiotechniker Jürgen Bartel kultiviert zusammen mit seiner Frau Anita in seinem früheren Tonstudio Kräuterseitlinge oder den auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin verwendeten “Igelstachelbart”. Er tauschte sich auf dem “Food Campus” mit Peter Forster und Carina Tschann (“Pilzduo”) aus und fürchtet sich auch nicht vor Mitbewerbern: “Es müssen CO2-Gehalt der Luft, Feuchtigkeit, Temperatur und Licht passen, das muss man erst einmal herbekommen.”

Überraschende Erkenntnisse zum Kaffeegenuss wie jene, dass man Filterkaffee etwas weniger heiß brühen muss, er mehr Aromen entfaltet und teilweise “teeig” schmeckt, gab es einerseits am Stand des auf schwer zu bekommende kongolesische Bohnen spezialisierten Malte Vogel (“Trevo Coffee Roostery”). Andererseits am Stand von “Friedens-Kaffee”, der seit elf Jahren das Jugend- und Bildungshaus beliefert und ab Herbst am Bahnhof Klaus zu finden ist. Aus dem Fruchtfleisch der Arabica-Bohnen wurde als Experiment ein Eistee hergestellt.

Wegen der vielen Gespräche mit hoch interessierten, vor allem am zweiten Tag zahlreich erschienenen Besuchern, aber auch wegen der Podiumsgespräche mit Fachleuten aus verschiedensten Bereichen war die Veranstaltung ein Bildungsfestival. AME

























