Falstaff-Punkte für Wein aus dem Walgau

Dass im Walgau wieder erfolgreicher Weinbau betrieben wird, zeigten die Walgau-Winzer.
Ludesch Geschichtenerzählerin Herta Glück lud kürzlich ins Gmeiner Huus zur Weinverkostung und eröffnete den besonderen Abend mit der Geschichte vom Riesen von Barx. Dieser hatte für seine Hilfe ein Fass Walgauwein erhalten, nachdem er die neue Glocke in der Martinskirche befestigt hatte. Damit leitete sie zur Vorstellung der drei Walgau Winzer Dietmar und Robert Gohm sowie Raimund Dünser über, die an diesem Abend ihre Weine präsentierten.
Dietmar Gohm begann mit einem Rückblick auf den Weinbau im Walgau, der auf eine lange Tradition zurückblickt. Bereits im Jahr 820 wurde Weinbau im Walgau erstmals urkundlich erwähnt. In den folgenden Jahrhunderten sorgten unter anderem Graf Hugo von Montfort und eine klimatische Verbesserung für einen Aufschwung. Im 15. Jahrhundert waren in Vorarlberg rund 700 Hektar mit Reben bepflanzt, zwei Drittel der bäuerlichen Bevölkerung arbeiteten im Weinbau. Allein in Schlins standen damals sieben Torkel, die historischen Weinpressen. Im 19. Jahrhundert führten jedoch verschiedene Entwicklungen zunächst zum Rückgang und schließlich zum Ende des Weinbaus in Vorarlberg.

Robert Gohm und Raimund Dünser berichteten von ihren Anfängen, die naturgemäß sehr schwer waren. Im Jahr 2008 pachteten die drei Hobbywinzer den damals noch verwilderten Weinberg bei Bludesch. Bis heute pflegen und bewirtschaften sie diesen sowie mehrere kleinere Weingärten in der Region Blumenegg mit großer Leidenschaft. Insgesamt bearbeiten sie rund zwei Hektar Rebfläche.
Das nötige Fachwissen eigneten sie sich durch Kurse und eigene Erfahrungen an. Auch die Arbeit im Weinberg ist aufgrund der steilen Hänge besonders aufwendig. Die Winzer sind das ganze Jahr über beschäftigt. Die Arbeiten reichen vom Rebschnitt im Jänner bis zur Weinlese. Danach beginnt die Arbeit im Weinkeller.

“Um die Regionalität besonders in den Vordergrund zu rücken, haben wir uns den Arbeitstitel ‚Walgau Winzer‘ gegeben. Das soll zum Ausdruck bringen, dass in der Region Walgau Wein angebaut wird. Unsere Weinberge liegen in Düns, Röns und in Bludesch auf einer Meereshöhe von ca. 560 bis 730 Meter über dem Meer. Alle Lagen sind nach Süden ausgerichtet und profitieren dadurch von einer optimalen Sonneneinstrahlung“, so die drei Winzer.
Der Wein aus dem Ländle habe seinen eigenen Geschmack, betonte Gohm: “Den Unterschied macht der Boden. Wir haben hier eine andere Mineralik. Zudem sind die Böden kalkhaltiger und verfügen über mehr Humus.” All das sowie die Arbeit und Sorgfalt der Winzer macht schlussendlich den Wein. Dass die Walgau-Winzer mit ihren edlen Tropfen durchaus mit jenen aus traditionellen Weingebieten im Osten mithalten können, ist mittlerweile auch offiziell. Das Feinschmecker-Magazin “Falstaff” zeichnete die Weine mit 88 beziehungsweise 89 Punkten aus.
Diese und weitere Weine präsentieren die Winzer am 2. August bei ihrem Kellerfest in Düns. Verkostet und gekauft werden können unter anderem Müller-Thurgau, Chardonnay, Kerner, Neuburger, Blauer Zweigelt, Pinot Noir, Cabernet Blanc und Grüner Veltliner. HAB