Viele Ideen und Engagement für eine aktive Gemeinschaft in Klaus

In Klaus gestalten engagierte Bürger im Rahmen eines EU-Projektes ihre Gemeinde aktiv.
Klaus “Einfach machen” – so heißt das Projekt, das vom Energieinstitut geleitet wird und in Vorarlberg einzigartig ist. Hier ist der Name Programm, Menschen werden aktiv, übernehmen Verantwortung und Ideen werden umgesetzt.
Dieses Projekt kommt über “Machbarschaften” zu den Menschen. Ideen werden entwickelt und umgesetzt. Ziele sind z. B. mehr Gemeinwohl und Klimaschutz. Dabei sollen Workshops helfen, vorhandenes Wissen zu teilen. “Wie geht Fermentieren, was ist Einkochen oder wie kann ich mein Fahrrad selbst reparieren?” sind Themen im Mittelpunkt.

Vier Themen für die Gemeinde
Das Energieinstitut schrieb 300 Einwohner an und erfragte die Bereitschaft, mitzuwirken. Schnell kristallisierten sich vier Themen heraus. Eines beschäftigte sich mit nachhaltiger Kleidung, eines mit der Lärmbelästigung, weitere Themen kamen von Jugend und älteren Generationen.
Bei den Jugendlichen stand ein Fußballkäfig im Mittelpunkt. Ein aktiver Dialog mit Anrainern, Politik und Verwaltung konnte für mehr Bewegung, Sportlichkeit und soziales Engagement sorgen – das ist hier das Ziel. Die Senioren hingegen wünschen sich mehr Nachbarschaft und eine offene Begegnung zwischen den Generationen.

Als Moderator fungierte Florian Oberforcher, der 19 Teilnehmer in vier Gruppen durch den Abend begleiten konnte. Expertenrunden wurden durch den Verein Zeitpolster erweitert, Fragen gestellt – Antworten gefunden. “Dieser Verein bringt Menschen zusammen, die Hilfe brauchen und Hilfe geben”, so Werner Ströhle vom Verein Zeitpolster.
Viele Ideen und erste Lösungsansätze
Weitere Ideen waren, Senioren als Schülerlotsen zu gewinnen oder talentierte Tänzer, Köche, Kartenspieler etc. zu suchen und Mitmachangebote für Kinder zu entwickeln.
Für das Thema der nachhaltigen Kleidung informierte Marion Marte, die in Thüringen einen Tauschladen für getragene Kleidung betreibt und Nachahmer sucht. Nicht mehr gebrauchte Kleidung wird im Laden abgegeben. Für jedes Kleidungsstück bekommt man ein neues oder, wenn nichts Passendes da ist, ein “Herzchen” zum späteren Tausch. Ein Praxisleitfaden existiert und eine Interessentin ist bereits an Bord.
Sabine Frick-Längle könnte sich vorstellen, einen solchen Laden zu eröffnen. “Ich habe Spaß an Mode und finde den Umweltgedanken gut. Es gibt so viele Schätze, die man vor Ort heben kann. Da muss die Kleidung nicht unter Ressourcenverschwendung aus Drittländern kommen”, sagt sie. Berthold Zott bot ihr spontan Unterstützung an.

Diejenigen, die mit Antje Wagner vom Energieinstitut zum Thema Fußballkäfig diskutierten, waren überzeugt, dass man durch mehr Öffentlichkeitsarbeit und Unterschriftenaktionen etwas bewirken kann. Sportplätze sollten insgesamt größer gestattet werden und allen Altersklassen zur Verfügung stehen, unter Einhaltung von Regeln!
Auch die Gruppe um Caroline Jäger, die sich über den Verkehr in der Walgaustraße austauschte, fand neue Lösungsansätze, obwohl schon fast alles ausprobiert worden ist. Es könnten Lärmschutzmessungen, ein LKW-Fahrverbot, eine Smileytafel oder ein Radargerät helfen. Diese Ideen brauchen allerdings einen politischen Willen. GIS