250 Jahre eindrucksvolle Schulgeschichte

Heimat / 09.07.2026 • 11:02 Uhr
Georg Schwab, Thomas Kirisits, Helmut fend und Woflgang Berchtold.
Georg Schwab, Thomas Kirisits, Helmut Fend und Wolfgang Berchtold.Arno Meusburger

Bei den jüngsten “Götzner Gesprächen” lokale und überregionale Schulgeschichte vermittelt.

Götzis “Da haben wir lange daran gearbeitet, mit dem zusammengetragenen Stoff könnten wir drei Abende gestalten.” So beschrieb der pensionierte Pädagoge und Buchautor Wolfgang Berchtold im Gespräch mit den VN die Recherchen, die er und seine ebenfalls pensionierten Kollegen Georg Schwab und Thomas Kirisits zur Götzner Schulgeschichte betrieben haben. Auch wenn das Ergebnis einem “Streichkonzert” unterzogen werden musste, blieb immer noch sehr viel Interessantes übrig.

Bgm. Manfred Böhmwalder mit Claudia Grießinger und Hannes Rothmund.
Bgm. Manfred Böhmwalder mit Claudia Grießinger und Hannes Rothmund.

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Dasselbe galt für die Präsentation der Erkenntnisse, die der in Göfis aufgewachsene, emeritierte Univ.-Prof. Helmut Fend den zahlreichen Interessent:innen in der Kulturbühne “AmBach” im zweiten Teil des Abends vermittelte. Davor und zwischendurch interpretierte der Chor der Volksschule Markt, deren Neugestaltung der Anlass für den Abend bildete, drei Lieder. Schließlich bedankte sich Bgm. Manfred Böhmwalder bei dem nach 22 Jahren als Direktor in die Pension wechselnden Hannes Rothmund auch mit einem Bild. Er nutzte zudem die Gelegenheit, Claudia Grießinger als die künftige Direktorin vorzustellen.

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In dem mit vielen Folien und Fotos angereicherten dialogischen Rückblick auf 246 Jahre Götzner Schulgeschichte wurde ein Dokument gezeigt, in dem kritisiert wird, dass sich die Lehrer aus Angst um das anfänglich von den Eltern bezahlte Honorar den Erziehungsberechtigten gegenüber berechtigte Kritik an den Schülern vorenthielten. “Heute getrauen sich Kolleg:innen den Eltern aus Angst vor der Bildungsdirektion nichts mehr zu sagen”, merkte Kirisits an.

Auftritte des Volksschulchores.
Auftritte des Volksschulchores.

Er bezeichnete die Einführung der allgemeinen Schulpflicht durch Kaiserin Maria Theresia “für Kinder beyderley Geschlechts” von sechs bis zwölf Jahren als eine “aufklärerische Großtat”. Der Anlass dazu war allerdings der verlorene Krieg gegen die Preußen, der einen Mangel an Bildung gezeigt hatte.

Großes Interesse an den jüngsten
Großes Interesse an den jüngsten “Götzner Gesprächen”.

Davor war Bildung vor allem elitär und unter der Kontrolle der Kirche. Eine Überprüfung der Schulpflicht-Einhaltung ergab anno 1770 katastrophale Zustände. Während man sich z. B. in Sulzberg handgreiflich gegen die Schulpflicht wehrte, wurde in Götzis die staatliche Ordnung 1782 eingeführt und die Kommune für das Ausbleiben von Zwischenfällen mit 47 Gulden belohnt.

Bgm. Böhmwalder überreichte Hannes Rothmund ein Geschenk.
Bgm. Böhmwalder überreichte Hannes Rothmund ein Geschenk.

Geld ist überhaupt im Zusammenhang mit Schule immer ein großes Thema gewesen. Beim Bau von Schulen ebenso wie bei der Bezahlung der Lehrkräfte. Das Publikum bekam das “Lied vom armen Dorfschulmeisterlein” vorgetragen. Von der Entlohnung konnte niemand leben, man musste Zusatztätigkeiten wie Geometer oder Organist ausüben, um über die Runden zu kommen. In der Zeit der Einschulung eines neuen Kollegen bekam dieser zwei Drittel davon, der baldige Pensionist ein Drittel. Damit sich der Staat die Rente für Lehrer-Witwen sparen konnte, mussten Junglehrer oft die Hinterbliebene heiraten.

Bildungswissenschaftler Fend bei seinen Ausführungen.
Bildungswissenschaftler Fend bei seinen Ausführungen.

Den Bau der Götzner Volksschule ermöglichte wesentlich die in Zürich mit einem Luxushotel erfolgreiche Familie Baur, indem sie ihr Götzner Haus für den Zweck versteigern ließ. Auch für einen Ausflug der Schüler nach Meiningen im Schuljahr 1870/71 musste bei finanziell gut gestellten Götznern ein Jahr vorher mit dem Spendensammeln begonnen werden.

Der in seiner aktiven Zeit an vielen internationalen Einrichtungen lehrende, öfters ausgezeichnete Univ.-Prof. Helmut Fend beschrieb seine Schulzeit in Götzis und als Bildungswissenschaftler. Einen Teil der Entwicklung der Unterrichtsmethoden hat er in Ludescherberg als Junglehrer hautnah mitbekommen: neun Schüler unterrichten, die in neun Schulstufen sind. AME

Die behandelten Themen wurden vertieft.
Die behandelten Themen wurden vertieft.
Der Bildugnsexperte bei seinem Referat.
Der Bildungsexperte bei seinem Referat.
Hausname von Univ.-Prof. Fend.
Hausname von Univ.-Prof. Fend.
Erklärung des Hausnamens des Referenten.
Erklärung des Hausnamens des Referenten.
Thema des Abends.
Thema des Abends.
Reger Gedankenaustausch nach der Veranstaltung.
Reger Gedankenaustausch nach der Veranstaltung.
Wolfgang Berchold hatte den Abend konzipiert.
Wolfgang Berchtold hatte den Abend konzipiert.
Gesprächstoff bekamen die Zuhörer:innen jede Menge geboten.
Gesprächsstoff bekamen die Zuhörer:innen jede Menge geboten.