Gemeinsam für den Schutzwald

Mitarbeiter tauschten Büro gegen Waldarbeit und führten Pflegemaßnahmen durch.
Gaschurn Den Bürostuhl gegen Arbeitshandschuhe tauschen und selbst anpacken: Für 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Silvretta Montafon und der BTV stand Anfang Juli ein besonderer Arbeitstag auf dem Programm. Im Rahmen der Green Mountains-Initiative arbeiteten sie gemeinsam mit der Forstpartie der Wildbach- und Lawinenverbauung, Gebietsbauleitung Bludenz, im Schutzwald nahe der Mittelstation der Versettla Bahn in Gaschurn. Dort pflegten sie junge Bäume, die künftig das Tal vor Naturgefahren schützen sollen. “Wir schreiben jedes Jahr so eine Aktion für unser Personal sowie Angestellte der BTV aus”, berichtet Organisatorin Katharina Tagwerker von der Marketingabteilung der Silvretta Montafon. Nach einer kurzen Einführung in die Tätigkeiten der WLV und die Verbauungsmaßnahmen in der Zigiam-Zerfallawine in Gaschurn durch Förster Alexander Stoiser griffen die Teilnehmer selbst zu Gartenschere und Sichel. Unter Anleitung des Stammpersonals der Forstpartie ging es in die Aufforstungsbereiche.

Extrem lange Zeiträume
Seit über 40 Jahren wurden immer wieder Fichten, Zirben, Spirken und Erlen gepflanzt. Trotz sorgfältiger Aufforstungsplanung wird vor allem die Fichte vom Schwarzen Schneeschimmel befallen. “Dieser Pilz bildet sich bereits im Frühjahr unter der Schneedecke, wo in Bodennähe Plusgrade herrschen. Das schwarze Myzel verklebt die Nadeln und kann bei fortschreitendem Befall für Jungbäume den Tod bedeuten”, weist der Leiter der Forstpartie, Peter Ganahl, auf die Wichtigkeit dieser Pflegemaßnahme hin. Gemeinsam wurden befallene Äste ausgeschnitten, in Säcke geworfen und außerhalb der Aufforstung deponiert, um den Zyklus von Sporenflug und Befall zu unterbrechen. Die kleineren Pflanzen wurden ausgesichelt, um ein Überwachsen zu verhindern und die Nährstoffkonkurrenz zu begrenzen. Nur so erhalten sie ausreichend Licht und Platz zum Wachsen.

Wie viel Pflege ist notwendig?
“Eine gute Pflege entscheidet darüber, ob und wie schnell aus den kleinen Pflanzen einmal ein stabiler Schutzwald wird”, so Marc Fitsch, Mitarbeiter der Forstpartie. Wir konnten live erleben, wie viel Arbeit tatsächlich dahintersteckt, um das Wachstum der Jungbäume zu fördern”, sagt Katharina Tagwerker. Die Hochlagenaufforstungen brauchen über viele Jahre Pflege. Erst dann kann sie später die Schneedecke stabilisieren und die Ortschaft vor Lawinen schützen. Genau deshalb begleiten die Fachleute der WLV die Bestände über lange Zeit und kontrollieren ihre Entwicklung regelmäßig. Für die Teilnehmer bot der Einsatztag weit mehr als körperliche Arbeit. Sie erhielten einen direkten Einblick in die Herausforderungen der Schutzwaldpflege und erlebten, wie Forstwirtschaft, Naturgefahrenmanagement und regionale Unternehmen zusammenarbeiten.


Green Mountains-Initiative
“Wer selbst im Wald arbeitet, versteht die Zusammenhänge besser und leistet einen Beitrag für die Zukunft unserer Bergwelt”, waren sich die Teilnehmer einig. “Unsere Projekttage der Green Mountains-Initiative sollen zeigen, dass Nachhaltigkeit mehr ist als ein Begriff. Wir wollen Natur nicht nur erleben, sondern aktiv zu ihrem Erhalt beitragen”, so Tagwerker von der Silvretta Montafon. Der gemeinsame Einsatz machte deutlich, wie wichtig langfristiges Denken und kontinuierliches Handeln in der alpinen Landschaft sind. Der Dank für Wissensvermittlung und Einsatz geht zu gleichen Teilen an die BTV, Silvretta Montafon und die WLV Bludenz für Engagement und Ausdauer bei der Schutzwaldpflege und Vorleistungen für kommende Generationen. STO



