Gesundheit am Arbeitsplatz – Prävention beginnt auf der Baustelle

Bei der WLV beginnt Gesundheitsförderung, wo die handwerkliche Arbeit stattfindet.
Bludenz Bei der Gebietsbauleitung Bludenz gibt es seit rund 20 Jahren in regelmäßigen Abständen Schulungen zur Gesundheitsprävention für KV-Bedienstete, begründet durch das Bau-Fit-Programm der AUVA, welches 2026 leider dem Sparstift zum Opfer gefallen ist. “Die Verantwortlichen in Vorarlberg haben einen Weg gefunden, dieses Programm weiterzuführen”, so Mag. Jürgen Seifried, der mit seiner Firma Fital fast genauso lang Bauarbeiter in ganz Österreich schult.

“Denn Gesundheitsförderung erfährt die größte Akzeptanz, wenn sie sich am Arbeitsalltag mit seinen Routinen orientiert”, so der erfahrene Sportmediziner Seifried. Diesem Ansatz folgte auch das aktuelle Programm und vermittelte, neben einigen theoretischen Inhalten, die Praxis direkt am Arbeitsplatz im Gelände. Auf dem Programm standen unter anderem Übungen zur Kräftigung, Dehnung und Mobilisation sowie praktische Hinweise zum richtigen Heben und Tragen. Auch die Ergonomie wurde direkt vor Ort analysiert, welche Bewegungsabläufe und Körperhaltungen bei den jeweiligen Tätigkeiten besonders belastend sind und wo sich Arbeitsabläufe verbessern lassen. “Prävention ist besser und günstiger als ein Arztbesuch oder Krankenstand”, erklärt Mag. Jürgen Seifried.

Gesundheitsprävention dort vermitteln, wo sie gebraucht wird
Eine besondere Bedeutung hatte dabei der Besuch auf den Lawinenbaustellen. “Gerade bei körperlich anspruchsvollen Arbeiten im Gelände werden Belastungen sichtbar, die man aufgrund der zeitlichen Dauer und Intensität sonst nur vom Spitzensport kennt”, erklärt Jürgen Seifried, der ursprünglich das Tischlerhandwerk erlernt hat und aktiver Triathlet ist.

Neben körpergerechtem Arbeiten standen auch Teamarbeit und gegenseitige Motivation im Mittelpunkt. Damit die Gesundheitsförderung nicht mit dem Ende der Schulung abgeschlossen ist, wird besonderes Augenmerk auf die Nachhaltigkeit gelegt. Die Mitarbeiter haben die Möglichkeit, täglich etwa zehn bis 15 Minuten gemeinsam Übungen durchzuführen – idealerweise bereits zu Beginn des Arbeitstages.


Hitze wird zur zusätzlichen Belastung
Mitarbeiter, die körperlich im Freien arbeiten, sind bei großer Hitze einer zusätzlichen Belastung ausgesetzt. Tipps für den Arbeitsalltag, vom richtigen Trinkverhalten und Ernährung bis zum Umgang mit körperlicher Belastung bei hohen Temperaturen, wurden von den Leuten besonders gut aufgenommen. Die WLV stellt den MitarbeiterInnen zwar Trinkwasser in ausreichender Menge zur Verfügung. “Durch starkes Schwitzen wird der Körper zusätzlich ausgespült, weshalb es wichtig ist, dem Wasser eine gewisse Menge an Kohlenhydraten und Elektrolyten hinzuzufügen”, hebt Seifried die Bedeutung einer richtigen Hydration bei starker körperlicher Beanspruchung hervor und zieht wieder die Parallelen zum Sport.

10 bis 15 Minuten, die zur Gewohnheit werden sollen
Das praxisnahe Angebot wird gut angenommen. Einige langjährige Mitarbeiterin haben die Übungen bereits in ihre tägliche Routine integriert und führen sie auch selbstständig zu Hause durch. Damit wird der langfristige Ansatz umgesetzt. “Für unsere Mitarbeiter soll Gesundheit nicht erst nach Feierabend beginnen, sondern schon während der Arbeit. Die Verbesserung der Lebensqualität ist für die Firma ein Vorteil, der sich positiv auf den Arbeitsalltag auswirkt”, erklärt DI Fleisch, einer der Verantwortlichen bei der WLV Bludenz. “Gesunde Mitarbeiter sind kein Kostenfaktor – sie sind eine Investition in die Zukunft eines Unternehmens”, fasst Mag. Seifried die Benefits zusammen. STO
