Wenn Götzis zur Galerie wird

Heimat / 24.08.2026 • 12:21 Uhr
Vor AMBACH wird das Portierhüsle am Garnmarkt ab dem 24.08. von 5 Künstlern als Einstimmung bespielt.
Vor AMBACH wird das Portierhüsle am Garnmarkt ab dem 24.08. von fünf Künstlern als Einstimmung bespielt.Andrea Fritz-Pinggera

KUNST AMBACH zeigt die Vielfalt von 26 Kunstschaffenden mit Bezug zu Götzis.

Götzis Vier Tage lang wird die Kulturbühne AMBACH zur großen temporären Galerie: Vom 10. bis 13. September präsentieren dort erstmals 26 Künstlerinnen und Künstler aus Götzis oder mit engem Bezug zur Gemeinde gemeinsam ihre Arbeiten. Zu sehen sind Malerei, Grafik, Skulptur, Fotografie, Keramik, Objekt- und Installationskunst. Eröffnet wird die kuratierte Gemeinschaftsausstellung am 10. September um 19 Uhr.

Hinter der Initiative steht der im April 2026 gegründete Verein KUNST AMBACH. Die Idee dazu kam vom Künstlertrio Stefan Kresser, Rinaldo Loacker und Peter Joschika. Gemeinsam mit Cornelia Kresser, Waltraud Joschika und Hugo Ender bilden sie die Gründungsgruppe des Vereins, dessen Obmann Stefan Kresser ist. Das Ziel ist klar: Bildende Kunst aus der Region soll sichtbarer und für die Bevölkerung unmittelbar erlebbar werden. KUNST AMBACH versteht sich dabei als Vermittler zwischen Kunstschaffenden und Publikum sowie als Plattform für Begegnung und Austausch. Dass die Idee auf große Resonanz stieß, zeigte sich bei den Vorbereitungen: Alle angefragten Kunstschaffenden sagten spontan zu.

Schon im Vorfeld wurde die Kulturbühne beflaggt.
Schon im Vorfeld wurde die Kulturbühne beflaggt.Andrea Fritz-Pinggera

26 Positionen unter einem Dach

Peter und Waltraud Joschika, Rinaldo Loacker, Stefan und Conny Kresser und Hugo Ender gründeten den Verein.
Peter und Waltraud Joschika, Rinaldo Loacker, Stefan und Conny Kresser sowie Hugo Ender gründeten den Verein.Andrea Fritz-Pinggera

Die Ausstellung führt unterschiedliche Generationen, Techniken und künstlerische Zugänge zusammen. Auch bereits verstorbene Götzner Künstler wurden bewusst einbezogen. Aufgrund der räumlichen Möglichkeiten musste die Auswahl für die erste Ausgabe dennoch begrenzt werden.

Vertreten sind Ilse Aberer, Johanna Berchtold, Günter Bucher, Jens Ellensohn, Hugo Ender, Doris Fend, Sigrid Fend, Nina Teresa Feuerstein, Thomas Hipp, Josef Hofer, Ewald Hotz, Günter Jochum, Peter Joschika, Franz Kresser, Stefan Kresser, Hubert Lampert, Rudolf Längle, Rinaldo Loacker, Roland Marte, Domingo Mattle, Daniel Nachbaur, Mila Veljača Plaickner, Roland Stecher, Karl-Heinz Ströhle, Elisabeth Suter und Uta Belina Waeger.

KUNST AMBACH ist am Freitag (11.9.) und Samstag jeweils von 14 bis 20 Uhr sowie am Sonntag von 10 bis 16 Uhr geöffnet.
KUNST AMBACH ist am Freitag (11.9.) und Samstag jeweils von 14 bis 20 Uhr sowie am Sonntag von 10 bis 16 Uhr geöffnet.Andrea Fritz-Pinggera

Zwei von ihnen sind mit dem Ausstellungsort besonders eng verbunden. Karl-Heinz Ströhle gab der Kulturbühne AMBACH ihren Namen. Sein Neffe Pascal Hüppi zeichnet in einer Dokumentation Ströhles Wirken für das Haus nach. Auch Hubert Lampert ist im Gebäude dauerhaft präsent: Von ihm stammt die große Installation an der Wand im Foyer.

Große Kunstgeschichte in Götzis

Die Gemeinschaftsausstellung knüpft zugleich an ein bemerkenswertes Kapitel der Götzner Kulturgeschichte an. 1962 eröffnete der damals 26-jährige Ewald Haemmerle in der Dr.-Alfons-Heinzle-Straße die – laut Angaben von Hugo Ender – erste Privatgalerie Vorarlbergs.Die kleine Villa an der Hauptstraße wurde von Heinz, Rudolf und Siegfried Wäger dafür umgestaltet. Unterstützung erhielt der Junggalerist von Künstlern wie dem Bildhauer Walter Salzmann und Malern wie Walter Khüny.Schon in der Eröffnungsausstellung waren unter anderem Werke von Fritz Wotruba, Josef Pillhofer, Oswald Oberhuber und Werner Berg zu sehen. Im selben Jahr rückte eine umfassende Ausstellung Rudolf Wacker nach dem Zweiten Weltkrieg wieder ins öffentliche Bewusstsein.

Es folgten Ausstellungen mit Zeichnungen von Gustav Klimt im Jahr 1963 und Werken von Egon Schiele 1965. Obzwar Haemmerle bereits 1969 verstarb, bestand die Galerie bis 1993. Hugo Ender und Willibald Feinig arbeiteten ihre Geschichte später in der Monografie “Auf schwankendem Boden” und einer begleitenden Ausstellung auf. Der dazugehörige Kunstband liegt während KUNST AMBACH auf und kann gegen einen freiwilligen Beitrag mitgenommen werden, solange der Vorrat reicht. Der Erlös kommt dem neuen Verein zugute, um Kunst und Menschen in Götzis zusammenzubringen. AFP

Der Kunstband über die Galerie Haemmerle.
Der Kunstband über die Galerie Haemmerle.Andrea Fritz-Pinggera