Alte Jahrgänge überraschten im Glas

Beim “Weinleichenschmaus” in der Rankweiler Sonne überraschten zahlreiche Altweine mit ihrer Qualität.
Rankweil Am “Weinleichenschmaus”, der seit Längerem zum Fixprogramm des “Genussfestival Alpen” gehört, darf nur teilnehmen, wer selber eine Flasche Wein möglichst alten Jahrgangs mitbringt. “Es hat mich überrascht, wie gut bis sehr gut sich gewisse Weine präsentiert haben”, zog Weinhändler Ulli Berthold tags darauf Bilanz. Vor allem eine Reihe von Weißweinen habe sich gut gehalten.


Während der Inhalt der einen Flaschen im Lauf des Abends seine Abnehmer:innen fand, blieb der Pegelstand bei anderen hoch bis sehr hoch. Das machte aber nichts, denn die nicht getrunkenen Rebensäfte kommen in einen Sammelbehälter und werden mit einer Essigmutter von Wirtin und “Essigsommelière” Andrea Gantner in Weinessig verwandelt. “Aus dem Restwein von 2025 sind fünfzig Fläschchen mit einem Inhalt von 0,2 Litern entstanden, auf diese ‚Essigdividende‘ haben die Lieferanten der Altweine Anspruch”, erklärte Festivalorganisator und Geburtstagskind Hannes Konzett der VN Heimat.

Bei den ältesten Weinen handelte es sich um einen “Chateau Haut Batailley Pauillac Grand Cru Classé 1964”, einen “Chateau Ducru Beaucaillou St. Julien Médoc 1966” und einen 1966er Beaujolais Supérieur von Louis Latour. Gefolgt von einem Jungarotti Rubesco Monticchio Riserva 1974 und dem 1978er “Chateau Bordeaux Supérieur” von Louis Latour. Die Gastgeber Andrea und Matthias Gantner steuerten eine Doppelmagnum Blaufränkisch von Hannes und Günter K. aus Soß bei, dem zweiten Preis des U2-Hallenfußballturniers.
Als kulinarische Ergänzungen zu den Weinen gab es Knabbergebäck, eine schöne Käseplatte und durch Essiggurken sowie Pfefferoni ergänzte Leberkässemmeln. Der für seinen Leberkäse bekannte Metzger Gernot Kopf brachte die Sorten “Chili-Käse”, “Pfefferoni” und “Blutwurst” mit, letztere wird exklusiv für den “Weinleichenschmaus” produziert. Kopf hat auch schon Leberkäse mit Röstzwiebel, Tomaten und Mozzarella hergestellt.

“Das Brät machst du immer vorher, es sind mehrere Prozesse”, erklärte Kopf der VN Heimat. Für den in vierter Generation tätigen Metzger ist Leberkäse ein österreichisches Kulturgut. Dessen Qualität erkennt er an der Optik, also der schönen Kruste außen, aber auch an der Konsistenz. Für einen guten “Biss” darf sie weder nass noch fettig sein. Der Geschmack darf nicht langweilig, sondern muss würzig sein. AME












