Freundschaft in Farbe und Form

Heimat / 16.09.2026 • 11:23 Uhr
Freundschaft in Farbe und Form
“KunstVorarlberg”-Vizepräsidentin Gabriele Bösch, Valeria Fricker als Vertreterin ihrer erkrankten Mutter, Angelika Egg, Sängerin Helin Gürsoy und Vernissageredner Augustin Jagg. Arno Meusburger

Evelyne M. Fricker und Angelika Egg präsentierten Arbeiten in der Feldkircher Villa Claudia.

Feldkirch “Symphonie der Farben – Eine Entdeckungsreise” ist der Titel der Ausstellung, bei der die 1957 in Feldkirch geborene Textilkünstlerin Evelyne M. Fricker und Angelika Egg einen Teil ihrer Arbeiten zeigen. Das Thema Farbe und Interpretationen davon soll zeigen, wie Emotionen, Fiktionen und Ideen in verschiedenen künstlerischen Bildsprachen ausgedrückt und vermittelt werden können. Die Wahrnehmung der Bilder soll in ungewöhnliche Welten führen, in Fantasiewelten, mystische Räume und vergangene Wirklichkeiten.

Besucherinnen Jutta Gnaiger-Rathmanner, Friederike Gschießer und Ursula Dorigo.
Besucherinnen Jutta Gnaiger-Rathmanner, Friederike Gschießer und Ursula Dorigo. Arno Meusburger

“Durch die Abstrahierung unserer Realität entsteht eine Erweiterung und Bereicherung unseres Alltagsempfindens und unserer Wahrnehmungen. Unser Unterbewusstes, unsere Träume und spontanen Gedanken können durch den Surrealismus eine bildhafte Darstellung erfahren”, erläuterten die Künstlerinnen. Sie sind seit ihrer Ausbildung im Zweig “Angewandte Malerei” an der Innsbrucker HTL für Art und Design vor fünfzig Jahren miteinander befreundet, haben laut Vernissageredner Augustin Jagg “freischaffend an großen Skulpturen (Metall, Stoff) gearbeitet, Seminare und Workshops besucht und geleitet, gemeinsame Arbeitsaufenthalte geplant, ab- und durchgehalten”. Aber auch Lichtskulpturen geschaffen und oft Kunsträume bespielt.

Dieter Pfurtscheller und Gattin Karin.
Dieter Pfurtscheller und Gattin Karin. Arno Meusburger

Der Mitbegründer des Theaters Kosmos kennt Fricker durch die Kostüme, die sie im Lauf der Jahre immer wieder für Theaterproduktionen designt hat. Frickers “moderne Reliquien” zeigen Persönlichkeiten, die sie beeindruckt und inspiriert haben. Darunter viele Frauen, die von ihren berühmten Männern oder durch den Geist der Zeit, in der sie lebten, in den Hintergrund gedrängt wurden. Sie erfahren bei mir wieder Beachtung und eine neue Wertschätzung”.

Die am Jazzseminar Dornbirn studierende Helin Gürsoy bereicherte die Ausstellungseröffnung mit drei Liedern.
Die am Jazzseminar Dornbirn studierende Helin Gürsoy bereicherte die Ausstellungseröffnung mit drei Liedern. Arno Meusburger

Während bei Fricker auch die Geomantie (Energiestrukturen der Erde in Wechselwirkung mit dem Menschen) eine wichtige Rolle spielt, hat sich Angelika Egg ganz der Aleatorik (Zufall als kreatives Element des Schaffensprozesses) verschrieben. Ihr Konzept ist kein starrer Plan, sondern eine Absicht, die auf viele Möglichkeiten eingehen kann. “Farbe ist darin nicht nur Pigment, sondern eine energetische Kraft, die den Betrachter erreicht, bevor der Verstand eine Form kategorisieren kann”, erläutert sie. Es sei der Versuch, das Unsichtbare, wie etwa Stimmungen, Energien und Impulse, durch das Sichtbare erfahrbar zu machen.

Gesangsdarbietungen durch Helin Gürsoy.
Gesangsdarbietungen durch Helin Gürsoy. Arno Meusburger