Nach dem Sturm wächst neue Sicherheit

In St. Gallenkirch sollen 3,4 Millionen Euro langfristig für mehr Sicherheit vor Naturgefahren sorgen.
Vandans Der Sturm im August 2023 und der folgende Borkenkäferbefall vernichteten rund 28 Hektar Objektschutzwald im Seggeswald-Beerböda in St. Gallenkirch. Rund 13.000 Festmeter Schadholz fielen an. Landesrat Christian Gantner, Landesforstdirektor DI Andreas Amann und WLV-Sektionsleiter DI Gerald Jäger stellten das Projekt am Montag im Aktionsraum Naturgefahren in Vandans vor. Damit startete die Schutzwaldwoche 2026. “In St. Gallenkirch sehen wir, wie rasch Sturm und Borkenkäfer einen Schutzwald schwer schädigen können”, sagte Gantner. “Was wir heute pflanzen und pflegen, soll kommende Generationen schützen.”

32.000 junge Bäume
Die Gemeinde beantragte 2024 ein flächenwirtschaftliches Projekt. Es kostet 3,4 Millionen Euro und läuft bis 2044. Der Bund zahlt 57 Prozent, das Land 23, die Gemeinde 17 und die illwerke vkw drei Prozent. 764.000 Euro sind bereits investiert. Forstarbeiter holten das Holz mit 18 Seilbahnen aus dem Hang und bauten dafür 2,1 Kilometer Forststraße. Die steilsten Stellen sichert die WLV mit 70 Laufmetern Stahlwerken und 90 Gleitschutzböcken. Sie pflanzte 32.000 Fichten, Tannen, Lärchen, Bergahorne, Buchen und Ebereschen. Jagdaufseher Jakob Galehr betreut das Gebiet jagdlich und kennt die Herausforderungen. Er hörte in Vandans ebenso zu wie Bürgermeister und Forstleute des Tales, Bezirksforsttechnikerin Dr. Selina Türtscher und DI Andreas Drexel, Leiter des Stand Montafon Forstfonds.

Rückhalt für Waldaufseher
Die Hälfte des Vorarlberger Waldes schützt Siedlungen und Straßen. Das sind 49.000 von 97.600 Hektar Gesamtwaldfläche. “Ohne intakte Schutzwälder wären rund zwei Drittel des Siedlungsraumes in Vorarlberg nicht bewohnbar”, sagte Gantner. “Mit dem Pflanzen allein ist es nicht getan. Wer unseren Schutzwald verantwortungsvoll bewirtschaftet, übernimmt Verantwortung für die Sicherheit von Generationen.” Amann sieht die Waldbesitzer gefordert: “Wir müssen die Leute motivieren, den Wald ordentlich zu bewirtschaften. Betriebsleiter und Waldaufseher brauchen dafür den nötigen Rückhalt, um die Ziele im Wald umzusetzen.”

Sechs von 21 Millionen
Über 80 Prozent der Landesfläche liegen im Einzugsgebiet von Wildbächen und Lawinen. Die WLV Vorarlberg hat ein Jahresbudget von rund 21 Millionen Euro. Sechs Millionen davon fließen inzwischen in 42 flächenwirtschaftliche Projekte. “Mit diesen Projekten ist die WLV ein starker Partner. Denn Vorbeugen ist besser als Heilen”, sagte Jäger. Er fordert die Unterstützung der Jäger: “Ohne entsprechende Bejagung erreichen wir mit den vielen Steuermitteln nur wenig.”

Barfuß zum Aktionsraum
Nach der Pressekonferenz eröffneten die Gäste den Barfußweg beim Aktionsraum. Klaudia Kipara hat ihn mit einer Inklusionsgruppe aus dem Programm “Ferien für Alle” gebaut. WLV und Gemeinde Vandans halfen mit Material und Arbeitskraft. Kinder der Volksschule Vandans liefen mit Landesforstdirektor Amann und Förster Alexander Stoiser, der das Projekt für die WLV begleitete, als Erste darüber. Kein Tal Vorarlbergs prägen Naturgefahren so stark wie das Montafon. Der Aktionsraum dient als Informationspunkt. Seine Ausstellung zeigt Ereignisse und die Menschen, die die Schäden behoben. Sie richtet sich an Einheimische und Gäste, an Laien und Fachleute. Darauf setzt auch Gantner: “Ein intakter Schutzwald ist keine Selbstverständlichkeit. Wer seine Bedeutung für unsere Sicherheit kennt, versteht auch, warum diese Arbeit und die dafür notwendigen Investitionen unverzichtbar sind.” STO
