Silbertal feierte seine Bürgermusik

Mit einem zweitägigen Fest feierte die Bürgermusik Silbertal ihr 70-jähriges Bestehen.
Silbertal: “Ein dreifaches Hoch auf unsere Bürgermusik” hieß es neulich beim zweitägigen Fest im Vereinshaus Silbertal und im Barzelt, das für die Festlichkeiten extra aufgestellt worden war. Eröffnet wurde die Jubiläumsfeier zum 70er des Klangkörpers, der unter der musikalischen Leitung von Kapellmeister Simon Ganahl steht, mit den “MuVukanten”. Tags darauf übernahm die Musikgruppe “Julius und seine Freunde” den Auftakt des Festabends; durch diesen begleitete anschließend die Harmoniemusik Bartholomäberg unter der musikalischen Leitung von Kapellmeister Matthias Vallaster.

“Es freut mich, dass so viele gekommen sind und wir auf der Bühne so hochkarätige Leute von der Taler Musik haben”, meinte die Schriftführerin der Bürgermusik, Monika Dönz-Breuß. Namentlich sind dies Josef Bargehr, Martin und Lorenz Vallaster, Adolf Loretz und Ehrenobmann Franz Fleisch. “Wir sind – im Vergleich zu anderen Musikkapellen – jung, aber wir sind eine von wenigen, die noch Gründungsmitglieder haben. Damit können wir punkten”, ergänzte sie.

Die Anregung, einen Musikverein im Silbertal zu gründen, hatte Pater Lorenz in den 1950er-Jahren vorgebracht. Er leitete an der Stella Matutina in Feldkirch eine Schulkapelle des Jesuitenkollegs. Im Silbertal stand er öfters als Aushilfspriester im Einsatz. Laut dem Musikverein soll Pfarrer Alfons Walser auf Anhieb Gefallen an der Vereinsidee gefunden haben – dessen Gründung nahm er im Februar 1955 vor. Auf Einladung des Pfarrers erlernten 13 junge Silbertaler ein Instrument.

Ausschlaggebend für die Vereinsgründung soll, wie es am Festabend geheißen hatte, die Einweihung des Vereinshauses im Jahr 1953 gewesen sein. Damals habe die – übrigens schon im Jahr 1865 gegründete – Harmoniemusik Schruns die Feier musikalisch umrahmt. In der Folge sei im Silbertal der Wunsch nach einem eigenen Musikverein geboren worden. “Aus der Idee einer Vereinsgründung sind Tatsachen geworden – Alfons Walser wurde der erste Obmann, Pater Lorenz der erste Kapellmeister”, teilte Kathi Gabl mit. Gemeinsam mit Katharina Erhard bildet sie das Obfrauenteam der Bürgermusik.

Die erste Ausrückung fand an Mariae Himmelfahrt 1955 statt. Die Bürgermusik zählte damals 22 Mitglieder. Als “Werbeträger für den Fremdenverkehr” begab sich der Klangkörper in den Jahren danach immer wieder auf Reisen. Aber auch daheim im Ländle nahm der Verein wiederholt an Festen und Wettbewerben teil.

Im Gespräch mit Kathi Gabl sagte Bürgermeister Thomas Zudrell am Festabend: “Wir haben viele Vereine, die zahlreiche ehrenamtliche Stunden tätig sind. Das ist für die Gemeinde und die Gemeinschaft im Tal Goldes wert.” Daraufhin sagte Kathi Gabl: “Du bist schon eine Weile Bürgermeister und mit der Musik unterwegs gewesen – fallen dir spontan richtig lässige Erlebnisse mit der Taler Musig ein?” Thomas Zudrell antwortete: “Da gibt es sehr viele: Spontan erinnere ich mich an einen wunderschönen Dämmerschoppen in Maria Schutz bei der 20-Jahr-Feier unserer Gemeindepartnerschaft mit Semmering (Niederösterreich). Dann natürlich die Konzerte im Ort und die Ständchen für die Geburtstagsjubilare. Und im letzten Jahr das Internationale Wassertreffen in Lech – da unterhielt die Bürgermusik Silbertal das Festzelt mit 3000 Leuten. Meine Hochachtung und vielen Dank!”

Jüngstes Vereinsmitglied der Bürgermusik ist aktuell Annika Bitschnau (15 Jahre), ältestes aktives Hubert Saler (73 Jahre). “Es ist ein nettes Miteinander”, so Kathi Gabl, sichtlich glücklich. Respekt werde großgeschrieben. SCO












