Walter Fink

Kommentar

Walter Fink

Ein Bekenntnis zum Theater

Kultur / 11.12.2012 • 22:33 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Man kann manches in die Unterschriften, die vorgestern geleistet wurden, interpretieren. Das Entscheidende aber ist: Sie zeigen eine klare Verantwortung des Landes zum Vorarlberger Landestheater.

Für die Stadt Bregenz ist der Vertrag, nach dem das Theater am Kornmarkt zwar im Besitz der Stadt bleibt, aber ab 1. Jänner allein von der Kulturhäusergesellschaft des Landes verwaltet wird, ein Glücksfall. Denn für die Stadt fallen alle Kosten weg, die bisher für das Theater aufgebracht werden mussten. Und die waren doch erheblich. Aber es gibt für die Stadt nicht nur Einsparungen, es gibt sogar noch Gewinn, denn das Land bezahlt für die Nutzung des Hauses eine Pacht von 300.000 Euro pro Jahr. Kein Wunder, dass Bürgermeister Markus Linhart seine Unterschrift freudig unter den Vertrag setzte.

Für das Land ergeben sich jährliche Mehrkosten von 350.000 Euro, die sich allerdings aufgrund von notwendigen Investitionen noch erhöhen könnten. Kulturlandesrätin Andrea Kaufmann war trotzdem bester Laune, denn mit diesem Vertrag werde, so meinte sie, kulturpolitisch ein wesentlicher Schritt getan.

Erstmals werde damit – was vor allem von Intendant Alexander Kubelka erfreut kommentiert wurde – die Bühne wirklich zum Landestheater, das auch über die eigene Spielstätte verfügen könne. Daran krankte das bisherige System tatsächlich. Durch die nicht logisch verteilten Kompetenzen – die Verwaltung lag bei der Stadt, bespielt aber wurde die Bühne zu zwei Drittel vom Landestheater – ergaben sich oft Schwierigkeiten. Das sollte damit, so meinte Kaufmann, bereinigt sein. Denn nun laufen alle Fäden bei Werner Döring, dem Leiter der Kulturhäusergesellschaft, zusammen.

Und dort sollten sie gut aufgehoben sein. Nicht zuletzt möge man diesen Schritt, so Andrea Kaufmann, auch als Bekenntnis des Landes zu „seinem“ Landestheater sehen. Das scheint tatsächlich glaubhaft, weil das Land – siehe oben – einiges Geld in die Hand nimmt. Und das sind in unserer Zeit die klarsten Bekenntnisse.

Nutznießer all dieser Aktivitäten ist das Vorarlberger Landestheater. Intendant Kubelka meinte, dass es damit erstmals wirklich professionelle Arbeitsbedingungen gebe, dass sich die neuen Möglichkeiten aber auch in neuen Aktivitäten niederschlagen werden. Das Publikum werde also letztlich der wirkliche Gewinner sein.

walter.fink@vn.vol.at
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