Mein Geschenk ans Christkind
Die Zeit der Kinder steht vor der Tür, eine Zeit, in der die Wünsche der Erwachsenen zurück treten sollten zugunsten der Träume der Kinder. Lassen wir den Kindern diese Träume, lassen wir sie ans Christkind glauben, lassen wir sie hoffen auf all das, was sie sich wünschen.
Ihre Wünsche sind ohnehin so klein – selbst wenn sie groß sind. Lassen wir ihnen den Glauben und die Träume, noch früh genug müssen sie erkennen, dass alles, woran sie geglaubt und was sie sich gewünscht hatten, nichtig ist durch die Dummheit und die Raffgier der Erwachsenen. Noch glauben sie an uns, noch glauben sie, dass sie durch uns beschützt sind und ihre Zukunft durch uns gesichert ist. Noch vertrauen sie uns, obwohl wir kein Vertrauen verdienen.
Denn wir tun alles, damit unsere Kinder bald sehen, dass wir hemmungslos waren, hemmungsloser als die Menschen zu Zeiten des Turmbaus zu Babel, hemmungsloser als die Menschen, die unter dem Berg Sinai um das Götzenbild des Goldenen Kalbes getanzt haben. Wir sind noch schlimmer, denn wir beten den Gott Mammon in allen Facetten an, wir huldigen nicht einmal mehr der Wirtschaft, sondern nur mehr der Geldwirtschaft und setzen damit alles aufs Spiel, was unsere Eltern noch mit der Kraft ihrer Hände und ihres Kopfes geschaffen haben. Wir sind zu Spielern verkommen, und jene, die uns wirtschaftlich und politisch im Griff haben, sind die Oberzocker.
Schlimm ist es geworden in unserer Welt, in der nicht nur Maria und Josef mit ihrem Kind, sondern Abermillionen andere Menschen mit ihren Kindern keine Herberge mehr finden. Das Christkind liegt heute überall im Stall auf Stroh.
So möchte ich das Christkind nicht damit behelligen, dass es mir etwas bringen soll. Im Gegenteil, ich hätte Vorschläge, was ich dem Christkind gerne mitgeben würde. Gerne würde ich ihm unsere Bundesregierung schenken, mit den zwei Vorsitzenden an der Spitze. Liebend gerne auch die blaue Seite der Opposition mit ihrem Oberführer und mit seinen korrupten Freunden aus Kärnten samt ihrer Landesbank und all jenen, die gerade mit Staatsanwalt und Gerichten zu tun haben.
Alle großen Banker dieser Welt, alle Wetter und Zocker, alle Spekulanten und Betrüger würde ich auch gerne dem Christkind schenken. Und mit all jenen, die dann noch übrig bleiben, würde ich gerne eine besinnliche Weihnacht feiern.
walter.fink@vn.vol.at
Die Meinung des Gastkommentators muss nicht mit jener in der Redaktion übereinstimmen.
Kommentar