Walter Fink

Kommentar

Walter Fink

Die Frucht steter Hetze

Kultur / 29.01.2013 • 21:05 Uhr

Jetzt hat es auch uns erwischt, jetzt hat der Terror auch in Vorarlberg zugeschlagen. Zum Glück noch ohne großes Unheil anzurichten, zum Glück noch ohne Menschen zu Schaden kommen zu lassen. Aber man mache sich nichts vor: Wenn jemand einen Brandsatz auf ein Haus wirft, dann nimmt er in Kauf, dass Menschen verletzt oder gar getötet werden. Was muss für ein Denken in Menschen sein, die solches tun? Nun stellt sich heraus, dass es zwei „ganz gewöhnliche, bisher unbescholtene Mitbürger“ aus Zwischenwasser waren, die sich hier einen vermeintlichen, betrunkenen Scherz erlaubten. Ein rechtsradikaler Hintergrund sei nicht wirklich zu erkennen, aber bei einem der Täter auch nicht auszuschließen.

In Batschuns hat die Bevölkerung gezeigt, dass man so nicht mit Asylanten umgeht. Hier haben die Menschen Farbe bekannt, haben sich hinter die Flüchtlinge gestellt, haben ihnen nicht nur ihre Solidarität, sondern auch ihren Schutz zukommen lassen. Das ist nicht selbstverständlich, denn auch in Batschuns war man ursprünglich nicht erfreut darüber, dass in ihrer kleinen Gemeinde Asylwerber untergebracht werden sollen. Die Frauen vom Werk der Frohbotschaft hatten ihr Haus zur Verfügung gestellt – ganz in der von ihnen gelebten Solidarität.

Und schon nach kurzer Zeit hat sich abgezeichnet, dass es ein Nebeneinander, vielleicht sogar ein Miteinander mit den Flüchtlingen geben kann. Endgültig erreicht haben das die zwei Idioten, die mit ihrer widerlichen kriminellen Aktion eine Welle der Solidarität mit den Asylanten ausgelöst haben.

Das ist die gute Nachricht. Die schlechte ist, dass solche Taten nicht einfach vorkommen. Sie sind auch und nicht zuletzt Ergebnis einer seit Langem immer wieder aufkommenden Hetze gegen Ausländer. Eine Hetze, die vor allem aus einer bestimmten politischen Ecke kommt, eine Hetze, die nicht nur, aber vor allem in Vorwahlzeiten deutlich wird. Hier wurde die Saat gestreut, die später in Anschlägen wie in Batschuns ihre grausigen Früchte trägt. Aus solcher Hetze holen sich fehlgeleitete Wahnsinnige die Rechtfertigung für solche Taten.

Auch dann, wenn inzwischen die Täter gefunden und geständig sind, geht es darum, fremdenfeindliche Aktionen in Zukunft so zu brandmarken, dass sich niemand mehr getraut, solches zu tun. Im politischen Bereich nicht – und auch sonst nicht.

walter.fink@vn.vol.at
Die Meinung des Gastkommentators muss nicht mit jener in der Redaktion übereinstimmen.