Ein Mord kurz vor der Ski-WM
Am kommenden Montag, in zwei Tagen, beginnt in Schladming die Skiweltmeisterschaft. Für zwei Wochen sollten wir wieder mit den nationalen Größen, mit Marcel Hirscher und Anna Fenninger an der Spitze, mitfiebern. So wünscht man sich das jedenfalls im Österreichischen Skiverband, so wünschen sich das auch die Veranstalter in Schladming. Eine Heim-Weltmeisterschaft – wenn das kein Anlass für nationalen Aufbruch und wohl auch Ausbruch im Sport ist, dann weiß ich nicht mehr. Die Rennen sollten spannend werden, nachdem es in fast allen Disziplinen mehrere Sieganwärter(innen) gibt. Einem wirklichen Krimi steht also nichts mehr im Wege.
Den Krimi zu Schladming gibt es allerdings bereits jetzt. Im Gmeiner Verlag, angesiedelt in unserer Nähe in Meßkirch in Oberschwaben, zwischen Bodensee und Donau gelegen, ist der Kriminalroman „Steirerkind“ erschienen. Thema ist die Ski-WM in Schladming – und natürlich auch ein Mord. Und zwar ein ganz prominenter, nämlich am Cheftrainer der österreichischen Herrenmannschaft, entdeckt zwei Tage vor der WM. Gefunden wird er im zugefrorenen steirischen Bodensee, einem Bergsee in den Schladminger Tauern. (Ich habe übrigens nicht gewusst, dass es dort auch einen Bodensee gibt.) Verdächtig ist der österreichische Star und Sieganwärter für den Slalom.
Natürlich entsprechen die Namen nicht der Wirklichkeit, aber immer so, dass man Menschen hinter den Namen erkennen kann, bei den Skiläufern ebenso wie bei den Trainern. Bei der Beschreibung der verschiedenen Orte muss sich Autorin Claudia Rossbacher (von der auch noch die Krimis „Steirerblut“ und „Steirerherz“ im gleichen Verlag vorliegen) ohnehin keine Zurückhaltung auferlegen, da kann sie alles so nehmen, wie wir das auch im Fernsehen sehen werden.
Der Gmeiner Verlag hat sich schon bisher immer wieder mit regionalen Titeln, vor allem auch mit regionalen Krimis einen Namen gemacht. Über den Bodensee gibt es eine Reihe von Publikationen, Reiseführer für Genießer in Essen und Trinken ebenso wie viele Krimis oder auch historische Romane. Nun legt er mit „Steirerkind“ zwar kein literarisches Glanzlicht, aber einen durchaus unterhaltlichen Begleiter zur Ski-Weltmeisterschaft vor.
walter.fink@vn.vol.at
Die Meinung des Gastkommentators muss nicht mit jener in der Redaktion übereinstimmen.
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