Eine Hommage an Bruno Felix
Einen Höhepunkt gab es bereits, vor das eigentliche Spiel begann. Der Intendant des Vorarlberger Landestheaters, Alexander Kubelka, trat auf die Bühne und brachte eine sehr persönliche, anrührende Erinnerung an seinen Vor-Vorgänger, den vor Kurzem verstorbenen ehemaligen Direktor des damaligen Theaters für Vorarlberg, Bruno Felix. Der Auftritt war gut gewählt, denn anschließend begann „La Traviata“, die gemeinsame Opern-Produktion des Theaters mit dem Vorarlberger Symphonieorchester.
Und diese Zusammenarbeit wurde von Bruno Felix vor gut zehn Jahren begründet. Allein das zeigt, dass Felix ein weitblickender Impresario war, der das Theatergeschehen im Land über dreißig Jahre bestimmte.
Man muss sich erinnern: Bruno Felix war all seine Zeit nicht Intendant eines Landestheaters, er war freier Unternehmer, führte das Theater für Vorarlberg also auf eigenes Risiko. Den Luxus einer eigenen Bühne wollte sich das Land damals nicht leisten, man subventionierte lieber die Privatbühne des TfV – allerdings, nach alter Vorarlberger Tradition, nicht gerade üppig ausgestattet, es reichte gerade, um über die Runden zu kommen. Trotzdem hörte man Bruno Felix, von seiner Herkunft ein sparsamer Schweizer, nur ganz selten klagen.
Und wenn, dann war Handlungsbedarf gegeben. Reich wurde Felix nicht mit „seinem“ Theater, die gegenseitige Liebe hielt trotzdem – wie bei einem guten Ehepaar – über das gesamte Berufsleben. Wenn jemand mehr zur Person wissen will, dann empfehle ich, die gestern in dieser Zeitung erschienene Liebeserklärung von Michael Köhlmeier an Bruno Felix zu lesen. Wäre es nicht so abgedroschen, so würde ich sagen, Köhlmeier hat seinem „Freund Bruno“ ein literarisches Denkmal gesetzt. Ein großartiges. Ein würdiges. Auch ein verdientes.
Auch am Mittwoch im Theater am Kornmarkt, der jahrzehntelangen Wirkungs- und Spielstätte von Bruno Felix, gab es berührende Momente vor der Aufführung. Eine besondere Geste war, dass Intendant Kubelka seine Inszenierung der Verdi-Oper dem verstorbenen Altmeister des Theaters widmete. Dass die Aufführung dann außergewöhnlich wurde, dass man kaum einmal eine so stimmige Zusammenarbeit von Orchester, Sängerinnen, Sängern und Theater gesehen hatte, war ein Glücksfall. Denn dadurch erhielt die Widmung von Alexander Kubelka an Bruno Felix eine herausragende Note.
walter.fink@vn.vol.at
Die Meinung des Gastkommentators muss nicht mit jener in der Redaktion übereinstimmen.
Kommentar