Walter Fink

Kommentar

Walter Fink

Mit einem Sinn auch für Kultur

Kultur / 31.05.2013 • 18:22 Uhr

Am vergangenen Mittwoch verließ ein Schwergewicht die politische Bühne von Dornbirn. Man muss das bewusst auf die Stadt beschränken, denn in die Landespolitik hat es ihn nie gezogen – obwohl er wahrscheinlich auch dort eine gute Figur gemacht hätte. Wolfgang Rümmele war Dornbirner durch und durch. Und er wollte, zumindest politisch, auch nichts anderes sein. Seine Stadt allerdings war ihm ein Anliegen. Über 30 Jahre lang. Vor mehr als drei Jahrzehnten kam er in die Stadtvertretung, seit fast dreißig Jahren war er in der Stadtregierung, zuerst fast 15 Jahre lang als Vizebürgermeister mit den Agenden auch für Kultur, dann wieder fast eineinhalb Jahrzehnte als Bürgermeister. Als, so darf man dazu sagen, geschätzter Bürgermeister der Dornbirner. Denn in drei Direktwahlen seit dem Jahr 2000 wurde er zweimal mit Zweidrittelmehrheit und einmal mit knapp sechzig Prozent gewählt. Das geht nur, wenn man mit den Bürgern und nicht gegen sie regiert. Dass dem so ist, kann man auch erleben, wenn man mit Wolfgang Rümmele in „seiner“ Stadt unterwegs ist. Man kommt wenig zum reden mit ihm, denn alle Augenblicke kommt irgendjemand, der ihn begrüßt, der ihm etwas sagt, der etwas von ihm will oder ihm ganz einfach auf die Schulter klopft. Die Dornbirner kennen ihn – und er kennt sie.

Man darf Wolfgang Rümmele am Ende seiner Amtszeit wahrscheinlich für vieles loben. Ich habe ihn nicht zuletzt deshalb sehr geschätzt, weil er ein offenes Ohr und Verständnis für die Kultur gehabt hat. In seiner Zeit als Kulturreferent ebenso wie in seiner als Bürgermeister. Er hat im höchsten Amt nicht vergessen, dass er vorher die Interessen der Kultur vertreten hatte. Und so war es möglich, mit ihm über Kunst und Kultur zu reden. Er wusste, von was der andere, er wusste auch, von was er selbst sprach. Und das ist in heutiger Politik nicht mehr selbstverständlich.

Meine letzte offizielle Begegnung mit ihm war denn auch eine der Kultur. Es ging um Skulpturen, die in Dornbirn ihren endgültigen Aufenthaltsort fanden. Das war ihm Anlass genug, um eine kleine Feier zu veranstalten. Denn das sei, so meinte er, doch erfreulich, wenn sich Kunst in Dornbirn fix niederlasse. Genau solches möchten die Menschen der Kultur von einem Bürgermeister hören: Die Freude an Kunst und Kultur. Dafür sei Wolfgang Rümmele gedankt.

walter.fink@vn.vol.at
Die Meinung des Gastkommentators muss nicht mit jener in der Redaktion übereinstimmen.