Walter Fink

Kommentar

Walter Fink

Auge und Ohr für die Kunst

Kultur / 05.07.2013 • 20:34 Uhr

Der Weg zum Büro führte (und führt noch heute) vorbei an Kunst. Zuerst am Vorplatz des Verwaltungsgebäudes ein Kopf aus Stein von Willi Kopf, im Foyer des Gebäudes der berühmte „Blitz“ von Gottfried Bechtold, im Vorzimmer die Fotoarbeit „Seestück“ von Johannes Ludescher und die Gesichter-Serie von Alexandra Wacker. Schließlich im eigentlichen Büro ein wunderbares Bild von Max Weiler und Rainer Ganahls Lichtobjekt „luga, losna, reda“. Letzteres durchaus auch als Motto für den Vorstandsvorsitzenden der Illwerke VKW, Ludwig Summer, der mit Anfang dieses Monats in den Ruhestand getreten ist.

Der hier beschriebene Weg zeigt, dass den Verantwortlichen des Konzerns Kunst ein Thema, mehr noch: ein Anliegen ist. In der Vergangenheit war dieser Einsatz für die Kunst eng mit dem Namen von Ludwig Summer verbunden. Die Illwerke können auf eine Tradition in Sachen Kunstsponsoring verweisen. Schon der Vorgänger von Summer, Rainer Reich, hatte eine Affinität zur Kunst. Unter ihm wurde das Sponsoring der Illwerke ausgebaut, auch die Sammlung an Kunstwerken erfuhr eine deutliche Erweiterung. Daran änderte sich auch unter Summer nichts, der auch mit seinem damaligen Ko-Direktor Hubert Bösch ein offenes Ohr für Wünsche aus der Kunst und Kultur hatte. Schließlich blieb diese Tradition auch mit der Zusammenführung von Illwerken und VKW zur Jahrtausendwende erhalten, ebenso mit dem Eintritt von Christof Germann in den Vorstand des Konzerns. Und so darf man hoffen, dass auch der Nachfolger Summers, Helmut Mennel, gemeinsam mit Germann das offene Ohr des Hauses für die Kunst bewahrt.

Ludwig Summer war insofern eine glückliche Besetzung, als er nicht nur das Unternehmen erfolgreich führte, sondern zudem bereit war, die wirtschaftlich erfolgreiche Seite auch der Kunst zu öffnen, er hatte ein Auge und Ohr für die Kunst. Kaum eine kulturelle Einrichtung in Vorarlberg, die in den letzten Jahren nicht irgendwann bei den Illwerken um Unterstützung eingekommen wäre. Das galt für die ganz Großen wie Festspiele und Kunsthaus ebenso wie für die vielen ganz Kleinen. Der Weg in die Weidachstraße in Bregenz lohnte sich fast immer. In Summe ging es um viel Geld, das die Illwerke für Kunst und Kultur in Vorarlberg ausgaben. Dafür soll Ludwig Summer am Ende seiner Dienstzeit der Dank und auch die entsprechende Achtung gezollt sein.

walter.fink@vn.vol.at
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