Sie verdienen alle viel zu viel
Zwei Statistiken konnte man in den letzten Tagen lesen, beide mehrten nicht die Freude zum Jahresende. Vielmehr hätten sie eigentlich viele Menschen wachrütteln und zu Proteststürmen veranlassen sollen. Es ging um Einkommenslisten. Auf der einen Seite die bestverdienenden Manager in Unternehmen mit Staatsbeteiligung, auf der anderen Seite die Einkommen der „normalen“ Österreicher. Ganz ohne irgendeinen Neidkomplex könnte einem da schon der „Taschenfeitl“ im Sack aufspringen.
An der Spitze des Geldberges (immer brutto) stehen die Vorstände der Post, die – vermutlich, weil sie solche „Schinder“ sind – mit jährlich 866.400 Euro abgegolten werden. Berücksichtigt man, dass die Post bisher vor allem dadurch hervorgetreten ist, dass sie Filialen im ganzen Land geschlossen hat und dass sie, weil das Personal radikal gekürzt wurde, einen grottenschlechten Service bietet, so werden die Chefs das wohl verdient haben. Deshalb braucht die Post auch vier Vorstände, die allesamt so vergoldet werden. Ganz oben in der Skala liegen auch die vier Vorstände der Hypo Alpe Adria, das ist jene Bank, die in den letzten Jahren vor allem durch Skandale und Korruption auf sich aufmerksam gemacht hat, die wegen Pleite-Gefahr vom Staat übernommen werden musste und in die die Steuerzahler bisher schon Milliarden gepumpt haben und wohl noch weiter pumpen werden. Das hat sich aber nicht in den Vorstands-Gehältern niedergeschlagen, die immerhin pro Kopf bei 584.900 Euro liegen. Nicht schlecht geht es auch den zwei Vorständen einer anderen Bank, die ebenso wegen Pleite-Gefahr vom Staat gehalten werden musste, der Kommunalkredit. Sie dürfen im Jahr mit 456.400 Euro nach Hause gehen – und gleichzeitig weitere Milliarden Stütze vom Staat verlangen.
Gegen solche Zahlen verdient Bundeskanzler Werner Faymann mit jährlich 265.600 Euro geradezu bescheiden, obwohl man bei genauerer Betrachtung seiner Arbeit auch zum Schluss kommen könnte, dass er einigermaßen überbezahlt ist. Gleiches gilt auch für Vizekanzler Michael Spindelegger. Vor allem, wenn man dagegen das durchschnittliche Brutto-Jahresgehalt eines voll beschäftigen Österreichers von 39.848 Euro, einer Österreicherin von 32.540 Euro (Statistik Austria für 2012) stellt. Dann kommt doch wieder die Idee mit dem „Taschenfeitl“, das einem im Sack aufgeht.
walter.fink@vorarlbergernachrichten.at
Die Meinung des Gastkommentators muss nicht mit jener in der Redaktion übereinstimmen.
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