Walter Fink

Kommentar

Walter Fink

Immer die gleichen Rülpser

Kultur / 28.03.2014 • 18:19 Uhr

Es ist immer wieder das Gleiche. Und die rechten braunen Rülpser kommen auch immer aus derselben Ecke. Begonnen hat das der freiheitliche Übervater Jörg Haider mit der Aussage zur „ordentlichen Beschäftigungspolitik“ in Zeiten des Nationalsozialismus. Inzwischen würde Haider wohl selbst – wenn ihn nicht eigenes Fehlverhalten in den Tod getrieben hätte – in Sachen Hypo Alpe Adria vor dem Richter stehen. Doch seine „Jünger“ setzen sein Werk munter fort. Sie wollen zwar nichts mit dem Kärntner Banken-Skandal zu tun haben, dafür rühren sie immer wieder mehr oder minder heftig an den rechten Rand.

Der jüngste „Ausrutscher“ kommt von einem Wiederholungstäter. Andreas Mölzer, freiheitlicher Abgeordneter zum Europäischen Parlament, meinte in einer Diskussion, die EU sei eine Diktatur, dagegen sei „das Dritte Reich wahrscheinlich formlos und liberal“ gewesen, dazu müsse die EU sich fragen, ob sie ein „Negerkonglomerat“ sei. Das berichtete die „Süddeutsche Zeitung“. Die allgemeine Empörung war groß, weniger wegen des Vergleichs der EU mit dem Dritten Reich. Das war man von Mölzer schon gewohnt. Aber das „Negerkonglomerat“ schlug heftige Wellen. Vor allem meinte Mölzer sogleich, dass er das nie gesagt habe. Bis der junge Journalist der SZ, von dem die Meldung kommt, einen Bandmitschnitt vorlegte. Da konnte sich Mölzer zuerst nicht erinnern, nach der Beweisvorlage meinte er, dass das „nicht so beabsichtigt“ gewesen sei. Natürlich erhielt er gleich Unterstützung von FP-Chef Heinz-Christian Strache, für den die Sache damit „gegessen und erledigt“ war.

Es ist immer das Gleiche. Zuerst gibt es eine politisch zumindest unkorrekte Aussage, dann folgt eine halbherzige Entschuldigung und dann ist alles „gegessen und erledigt“. Konsequenzen gibt es nie. Dafür Wiederholung in unendlichem Ausmaß. Und immer wieder kommen solche Ausfälle aus der freiheitlichen Ecke. Heinz-Christian Strache aber reagiert nie so, wie man sich das erwarten dürfte, nämlich mit dem Abzug des Verantwortlichen. Schon gar nicht bei eigenen Fehlleistungen, deren es ja auch ausreichend gibt. Und unser oberster Freiheitlicher im Land, Klubobmann Dieter Egger, hat Tage gebraucht, um sich zu distanzieren. So, wie er schon Jahre braucht, um sich für seinen „Juden-Sager“ gegenüber Hanno Loewy zu entschuldigen.

walter.fink@vorarlbergernachrichten.at
Die Meinung des Gastkommentators muss nicht mit jener in der Redaktion übereinstimmen.